Apple-Chef Steve Jobs hat laut einem Zeitungsbericht eine neue Leber bekommen. Das gewöhnlich sehr gut informierte "Wall Street Journal" berichtete am Samstag, Jobs habe sich der Leber-Transplantation vor etwa zwei Monaten unterzogen. Die Operation sei im US-Bundesstaat Tennessee ausgeführt worden, in dem die Wartezeiten für eine Spenderleber kürzer seien als in anderen Regionen. Jobs, der als wichtigste treibende Kraft für die Erfolge des
iPhone- und Mac-Herstellers gilt, hatte im Januar eine Krankheits- Auszeit genommen. Er selbst erklärte, er müsse eine
Hormon-Störung behandeln lassen, durch die er Gewicht verliere.
Rückkehr im Juni bleibt der Plan
Möglicherweise werde Jobs in den ersten ein bis zwei Monaten nach seiner Rückkehr auf Empfehlung der Ärzte nur halbtags arbeiten, schrieb das "Wall Street Journal" weiter unter Berufung auf informierte Personen. Eine Apple-Sprecherin wiederholte auf Anfrage der Zeitung lediglich, dass der Konzernchef wie angekündigt
Ende des Monats zurückerwartet werde. Der bisher fürs Tagesgeschäft zuständige Apple-Manager Tim Cook, der Jobs während der Auszeit vertritt, könnte eine stärkere Rolle übernehmen und auch in den Verwaltungsrat berufen werden. Jobs sei bereits wieder im Apple-Hauptquartier gesehen worden, schrieb die Zeitung weiter.
Apple hatte in den vergangenen Monaten
Kritik von den Aktionären für seine Informationspolitik zu Jobs' Gesundheit einstecken müssen. Einige Anteilseigner forderten ausführlichere Angaben, da Jobs von herausragender Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens sei. Die Aktie war zunächst eingebrochen, konnte sich zuletzt aber wieder erholen, da das Geschäft von Apple auch während der Abwesenheit des charismatischen Konzernchefs
gut lief. Allerdings soll Jobs auch vom Krankenbett aus an
strategischen Entscheidungen beteiligt gewesen sein.