Japanische Hersteller von Smartphones haben bislang außerhalb ihres Heimatmarktes kaum eine Rolle spielen können. Jetzt versuchen
Toshiba und
Sharp die umkämpften Märkte in China und Europa zu erobern, was Analysten als wenig erfolgversprechend beurteilen.
Kamikaze-Entscheidung
Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, sehen die japanischen Elektronikkonzerne in diesem Schritt eine neue Herausforderung, Analysten wie die US-Marktforschungsfirma Gartner allerdings eine "Kamikaze-Entscheidung". Fujitsu, Sharp,
NEC und
Panasonic sollen im ersten Quartal zwar die Plätze fünf bis sieben sowie neun bei den Smartphone-Herstellern weltweit belegen, allerdings nur dank ihrer starken Position in Japan. Toshiba spiele bislang noch gar keine Rolle auf dem Markt.
Der japanischen Handymarkt sei einzigartig, da dort statt der Bedienbarkeit der Handys nur verspielte Mobiltelefone mit möglichst vielen Funktionen wie Fernsehen oder elektronische Bezahlsysteme beliebt seien. Eine Tatsache, die mittlerweile Weltmarktführer
Nokia zum
Rückzug aus Japan veranlasst hat. Außerhalb des Heimatmarktes seien Smartphones japanischer Hersteller so gut wie unbekannt.
Toshiba macht den Anfang
Das TG01 von Toshiba. Bild: Toshiba
Das soll sich schon bald ändern, wenn beispielsweise Toshiba noch in diesem Monat das
TG01 herausbringt, mit dem derzeit größten Bildschirm und schnellsten Prozessor. Erstmals sei es dem Unternehmen gelungen, ein Smartphone sowohl für Japaner als auch für Europäer zu konzipieren, zitiert die FTD einen Toshiba-Manager. Nach Meinung der Gartner-Analystin Carolina Milanesi könne das Gerät zumindest Aufmerksamkeit erregen, bliebe für die meisten Nutzer aufgrund einer fehlenden Anbindung an einen Onlinemarktplatz für Applikationen aber uninteressant.
Wettbewerber Sharp sei noch nicht ganz soweit, kündigte aber für seine Smartphones, von denen erste Prototypen im September auf der Elektronikmesse IFA in Berlin vorgestellt werden sollen, einzigartige Funktionen an. Analystin Milanesi bezweifelt allerdings, das es solche heutzutage noch gebe. "Eigentlich haben Unternehmen wie Sharp und Toshiba außerhalb Japans keine Chance", so Milanesi gegenüber der FTD. Ihre Marken seien nicht bekannt genug und es fehle eine Applikationen-Plattform.
Etablierte Konkurrenz zu groß
Zudem stieg nicht nur der
PC-Hersteller Acer massiv in den Markt mit Smartphones ein, die Marktführer starten auch noch eine neue Produktoffensive. Sowohl Nokia mit dem
N97, als auch RIM mit dem neuen
BlackBerry Tour sowie Apple mit dem
iPhone 3G S bringen neue Geräte auf den Markt, HTC hat sich bereits als erster Anbieter von Android-Smartphones etabliert.