In Deutschland müssen noch rund
fünf Millionen Bürger ohne schnelle Breitbandanbindung zum Surfen im
Internet auskommen. Doch das Problem existiert auch außerhalb der deutschen Grenzen. In Großbritannien plant der dortige Kommunikationsminister Lord Carter laut einem Bericht der Onlineausgabe der britischen "Times" die Einführung einer Internetabgabe zur Förderung des Breitbandausbaus im Vereinigten Königreich.
176 Millionen Euro durch Steuer
Am Dienstag hatte Carter seinen Bericht "
Digital Britain" vorgelegt, der die derzeitige Digitalisierung Großbritanniens und Konzepte zu einem weiteren Ausbau skizziert. Eine Steuer von sechs britischen Pfund - rund sieben Euro - pro Jahr auf alle Telefonanschlüsse in Großbritannien soll jährliche Einnahmen von 150 Millionen Pfund, umgerechnet rund 176 Millionen Euro, einbringen. Das Geld soll für den Ausbau der Glasfasernetze verwendet werden. Die Anbieter British Telecom und Virgin Media hatten bereits erklärt, dass sie bis zum Jahr 2012 rund 50 Prozent des Landes - rund 12,5 Millionen Haushalte - mit schnellen
Internetzugängen versorgen wollen. Der Ausbau in den übrigen Regionen lohne sich wirtschaftlich derzeit nicht. Bis 2012 wird angestrebt, dass alle Haushalte in Großbritannien über Internetzugänge mit einer Bandbreite von mindestens zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) verfügen.
Unrealistische Zielsetzungen für Breitbandausbau in Deutschland?
In Deutschland sieht die
Breitbandstrategie der Bundesregierung ehrgeizigere Ziele vor: Bis 2014 sollen 75 Prozent der Haushalte
VDSL mit mindestens
DSL 50000 nutzen können. Über die Machbarkeit in der Praxis wird allerdings eifrig diskutiert. Die von der Bundesregierung unter anderem als ein Baustein zur Erreichung dieses Zieles favorisierte Nutzung der sogenannten
Digitalen Dividende wird den Breitbandausbau alleine kaum beschleunigen können. Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur sagte auf einer derzeit stattfindenden Tagung des "Handelsblatt": "Ein Großteil der Deutschen ist mit
Breitband ganz gut versorgt". Niemand könne erwarten, dass eine
Glasfaserleitung "bis auf die letzte Alm" gelegt wird. Schließlich müsse dies ja auch bezahlt werden.