Deutschland giert nach Bandbreite in den
Breitband-Netzen. "Der Datenverkehr explodiert geradezu", sagte
Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges auf der Handelsblatt Jahrestagung "Telekommarkt Europa 2009" am Mittwoch in Düsseldorf. Allein bei der Deutschen Telekom sei das Internet-Traffic-Volumen zwischen 2001 und 2004 um mehr als 1.000 Prozent in die Höhe geschnellt und wachse auch derzeit noch jährlich um 50 Prozent. Der Trend nach mehr Bandbreite sei ungebrochen, so Höttges.
Es wird gebaut
"Die Menschheit baut weltweit an der größten Maschine, die jemals gebaut wurde – und sie wächst stetig weiter", so der Finanz-Chef mit Blick auf das weltweite Datennetz. Insbesondere im Geschäftskundensegment werde an Technologien gebaut, die extrem viel Bandbreite benötigen. Deswegen müsse eine entsprechende Infrastruktur errichtet werden, um die Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen.
"Die gute Botschaft ist: die Technik kann das", zeigt sich Höttges überzeugt. Das treffe sowohl auf Festnetz- als auch auf
Mobilfunk-Technologie zu. Im breitbandigen Festnetz-Internet-Geschäft der Zukunft werde unter anderem die Glasfasertechnologie in Verbindung mit
FTTB-Anschlüssen eine gewichtige Rolle spielen.
Satelliten-Internet findet kaum Akzeptanz
Aktuell werde der Datenverkehr vor allem durch die Nutzung von Tauschbörsen getrieben. Im Telekom-Netz entfallen laut Höttges 69 Prozent des Datenvolumens auf Peer-2-Peer-Netze. Nur zehn Prozent hingegen auf das Aufrufen von Internetseiten, acht Prozent auf die Nutzung von
Videoportalen wie YouTube und Co. Auch aus diesem Grund liege der Fokus bei
Internetzugängen weiter auf kabelgebundenen Angeboten. Die Akzeptanz von
Internet über Satellit sei sehr gering. "Die Leute wollen Internet über
DSL. Das ist das gelernte Paradies", meint Höttges.