Die französische Regierung plant offenbar die Einführung eines Pfandsystems für Mobiltelefone. Nach einem Bericht von "Welt Online" mit Bezug auf die Pariser Tageszeitung "Le Figaro" ist bei Kauf eines neuen Handys eine Gebühr zu entrichten, sollte das alte Modell nicht abgegeben werden.
Fünf Euro pro Handy
Das neue System soll demnach die umweltgerechte Entsorung von Althandys sicherstellen. Nach einem Vorschlag von Umweltminister Jean-Louis Borloo könnten die großen Mobilfunkbetreiber ihren Kunden fünf Euro pro zurückgebrachtem
Handy zahlen. Bisher ist allerdings noch nicht entschieden, ob es zu dem Pfand kommt. Unlängst hatte auch der französische Mobilfunkbetreiber Orange beschlossen, seinen Kunden alte Handys abzukaufen. Die Tochterfirma von France Télécom will die Gebrauchthandys technisch überholen und je nach Modell für 25, 45 oder 95 Euro ohne Vertrag wieder verkaufen.
Ein Pfandsystem könnte ungeahnte Mengen an alten Geräten zum Vorschein bringen. Ende 2008 gab es laut "Le Figaro" in Frankreich über 58 Millionen Mobiltelefone, fast eines für jeden der 63 Millionen Einwohner. Demnach kaufen sich die Franzosen im Durchschnitt alle eineinhalb Jahre ein neues Handy. Alte Modelle hingegen werden meist in einer Schublade vergessen oder wandern in die Mülltonne. Die Akkus sind allerdings Sondermüll und müssten daher getrennt entsorgt werden.
Christian Wolf