Während die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2008 insgesamt einen leichten Rückgang aller Straftaten in Deutschland konstatieren konnte, stiegen Delikte im Bereich der Computerkriminalität hingegen an. Insbesondere das Ausspähen und Abfangen von Daten wurde deutlich häufiger erfasst als im Vorjahr.
Datendiebstahl und Spionage
Die registrierte Computer-Kriminalität stieg im Vergleich zu 2007 um 1,1 Prozent auf 63.642 Fälle. Den größten Anteil an der Zunahme haben dabei Delikte um das Ausspionieren, Stehlen und Abfangen von Daten - das sogenannte
Phishing. Hier beträgt die Steigerungsrate gegenüber dem Vorjahr genau 60 Prozent auf insgesamt 7.727 Fälle. Die Ursachen dieser Entwicklung liegen vor allem in der zunehmenden Nutzung des Internets im Rahmen von Onlinebanking und Internetshopping.
Zudem wurden auch die Fälschung beweiserheblicher Daten, die Täuschung im Rechtsverkehr bei der Datenverarbeitung (Anstieg um 29,4 Prozent auf 5.716 Fälle) und der Computerbetrug (Anstieg um 4,5 Prozent auf 17.006 Fälle) deutlich häufiger beobachtet als noch 2007. Beachtliche Rückgänge waren hingegen bei der Softwarepiraterie
(Rückgang um 37,8 Prozent auf 1.854 Fälle) und beim Betrug durch Debitkarten mit PIN (Rückgang um 6,5 Prozent
auf 23.689 Fälle) zu verzeichnen.
Tatort Internet auf dem Vormarsch bei Betrug
Insgesamt wurden 2008 167.451 Straftaten gemeldet, in denen das
Internet als Tatmittel fungierte. Dies ist ein Rückgang zum Vorjahr um 6,5 Prozent. Erneut dominierten hier mit 128.426 Fällen und einem Anteil von 76,7 Prozent die Betrugsdelikte. Insbesondere Warenbetrug spielte mit 43,4 Prozent eine tragende Rolle und verzeichnete einen Anstieg von 3,3 Prozent im Vergleich zu 2007. Weitere 6,2 Prozent der Rechtsverstöße fielen auf die Verbreitung pornographischer Schriften (2007: 5,6 Prozent) und 4,8 Prozent auf Computerbetrug.
Ein Großteil der Internet-Straftaten sind Betrugsdelikte.
Diagramm: BMI, Polizeiliche Kriminalstatistik 2008
Um Onlinekäufer noch stärker für mögliche Betrugsgefahren im Internet zu sensilibisieren, klärt die Kampagne
"Online kaufen – mit Verstand!" im Rahmen des "Programm Polizeiliche
Kriminalprävention der Länder und des Bundes" (ProPK) bereits seit 2006 über Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen für einen sicheren Einkauf im Internet auf. Partner der Initiative sind die Auktionsplattform
eBay und der Bundesverband des Deutschen Versandhandels.