Viele Bundesbürger auf dem Lande dürfen aufatmen - das Warten auf einen schnellen
Internetanschluss soll bald ein Ende haben. Das meint jedenfalls die Bundesregierung. Am Freitag machte der
Bundesrat den Weg für Internet über Funk frei für die entsprechenden Pläne. Mit der Nutzung von freien Frequenzen aus der Umstellung auf den digitalen Rundfunk, der sogenannten
digitalen Dividende, könnten jetzt bis in die letzten Winkel der Republik die
weißen Flecken in der Breitbandversorgung verschwinden. Schnelles
Surfen, das Herunterladen von Dateien, Musik und Videos mit Höchstgeschwindigkeit könnte bald für jedermann möglich werden.
Hoffnung für ländliche Regionen
Der zügige Breitband-Ausbau vor allem auf dem Land stand auf der Kippe, weil die Länder ihre Entscheidungen wegen der ungelösten Kostenfrage vertagt hatten. Anfang Juni gab es dann die Einigung - danach übernimmt der Bund im Wesentlichen die Kosten bei der Umstellung von Frequenzen, wenn es zu Schäden kommt. Die Telekommunikationsbranche erwartet von dem weiteren Ausbau zusätzliche Arbeitsplätze.
Experten: Digitale Dividende darf nicht überschätzt werden
Doch Experten warnen: Als Wundermittel zur Überwindung der digitalen Kluft in der Versorgung mit
Breitband-Internet sei die digitale Dividende nicht geeignet. Schon seit Jahren wird der Ausbau von schnellen Internetanschlüssen in der Fläche gefordert. Vor allem in dünn besiedelten Regionen, unter anderem in Ostdeutschland, sind derzeit viele Haushalte und Unternehmen vom schnellen Internet abgeschnitten.
Bislang schreckten Telekom-Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen davor zurück, solche Anschlüsse zu legen. Rund fünf Millionen Menschen in bis zu mehr als 5.000 Gemeinden oder rund acht Prozent aller Haushalte sollen nach Angaben von Experten derzeit noch keinen Breitbandzugang haben. Die digitale Dividende soll Abhilfe schaffen.