Donnerstag, 11.06.2009 16:33

Nokia: Handy soll zum Perpetuum Mobile werden

aus dem Bereich Mobilfunk
Eigentlich ist ein Perpetuum Mobile eine Konstruktion, die – ist sie erst einmal in Gang gesetzt – ewig in Bewegung bleibt und ohne Energiezufuhr von außen auskommt. Aber auch der finnische Handyhersteller Nokia forscht buchstäblich an einem Perpetuum Mobile - "Mobile" steht im Englischen schließlich für Handy. Das Prinzip ist dabei zwar ein grundsätzlich anderes, hat im Ergebnis aber den gleichen Effekt: Die verfügbare Energie soll faktisch unendlich sein.

Anzeige
Strahlen als Energiequelle

Grundlage der Technologie ist elektromagnetische Strahlung, die heutzutage überall in der Umgebung auftritt. Produziert wird sie etwa durch Mobilfunk-Basisstationen, Fernsehantennen oder WLAN-Transmitter. Die Elektrostrahlen könnten nach Vorstellungen von Nokia als Energiequelle dienen und genug Energie bereitstellen, um einen Handyakku aufzuladen. Wissenschaftler arbeiten bereits intensiv an einem Prototyp, der rund fünfzig Milliwatt Energie aus seiner Umwelt auffangen kann. Dies wäre immerhin genug Strom, um den Akku eines Handys zumindest langsam aufzuladen - vorausgesetzt das Telefon ist ausgeschaltet. Derzeitige Versuchsgeräte schaffen jedoch lediglich drei bis fünf Milliwatt.

Die technische Umsetzung basiert auf der Umwandlung elektromagnetischer Wellen in ein elektrisches Signal. Um den Wirkungsgrad weiter zu erhöhen, zielt Nokia auf eine Nutzung der Strahlung auf vielen verschiedenen Frequenzen - etwa von Signalen einer Bandbreite zwischen 500 Megahertz und zehn Gigahertz. Derzeit glaubt man an die Marktreife des ersten Handys mit dieser Technologie in drei bis vier Jahren. Zudem sollen weitere Ansätze alternativer Energiegewinnung in ein solches Mobiltelefon einfließen - zum Beispiel eine Integration von Solarzellen in das Gehäuse des Gerätes.

Wissenschaftler bleiben vorerst skeptisch

Andere Forscher hingegen stehen den Nokia-Versuchen eher skeptisch gegenüber. Joshua Smith beispielsweise, Wissenschaftler bei Intel und an der "University of Washington" in Seattle, hat selbst einen Sensor zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit entwickelt, der seine Energie durch die Umwandlung der Strahlung einer nahen Ein-Megawatt-Fernsehantenne erhält. Seiner Meinung nach ist das Projekt äußerst ambitioniert. "Damit fünfzig Milliwatt erreicht werden, wären rund 1.000 starke Signalquellen nötig. Zudem würde ein Empfänger, der mehrere Frequenzbereiche abdeckt, erhebliche Effizienzverluste bewirken", so Smith gegenüber "Technology Review".

Die Haltung des Intel-Forschers ist dabei kein Einzelfall. "Eine Ausbeute von fünfzig Milliwatt erscheint mir sehr hoch", meint etwa auch Harry Ostaffe, dessen Unternehmen ein ähnliches Strahlungs-Aufladesystem für Sensoren vertreibt.

Erhebliches Marktpotential

Steve Beeby, Ingenieur und Physiker an der britischen "University of Southampton" hingegen verweist primär auf das Marktpotential einer solchen Technologie - beispielsweise bei MP3-Playern. So benötigen die handlichen Musikabspieler im Durchschnitt rund 100 Milliwatt an Energie - die meiste Zeit verbringen sie jedoch im Niedrigenergie-Modus.

Beeby, der selbst an der Gewinnung von Schwingungsenergie arbeitet, sieht den Wert seiner eigenen Forschungen zu alternativer Energieerzeugung daher gefährdet, sollte Nokia Erfolg haben. "Wenn sie wirklich fünfzig Milliwatt allein aus elektromagnetischer Strahlung der Umwelt gewinnen können, wäre ich raus aus dem Geschäft", so der Wissenschaftler.
Christian Wolf
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Grundsätzlich geht das und nichts neues! (0 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Andre St. am 11.06.2009 um 17:04 Uhr
 Suche

DSL Telefon
Der klassische Telefonanschluss ist out. Heute ist vielerorts bereits DSL verfügbar und macht das DSL Telefon möglich.
Eine Telefon Flatrate senkt die Kosten zudem erheblich.
Das DSL Angebot ist allerdings groß. Deshalb vorher Provider vergleichen.
Provider Wechsel
DSL Speed Test gemacht und nun unzufrieden mit der DSL Leistung?
Jetzt Kosten für den DSL Anschluss senken und neuen Telefonanbieter suchen.
Günstige Angebote der wichtigsten Internet Provider auch inklusive DSL Modem in der Übersicht.
Handys
Wer keinen Mobilfunk-Vertrag abschließen will, braucht zu seiner Prepaid SIM-Karte von Anbietern wie Simyo oder Fonic noch ein Handy ohne Vertrag. Die Auswahl ist groß, ebenso wie die Preisunterschiede.
Ob klassisches Tastenhandy oder Touchscreen Handy: Wir stellen aktuelle Modelle verschiedener Preiskategorien vor.
© 1999-2012 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Presse :: Jobs