Mittwoch, 10.06.2009 15:01

Hansenet-Verkauf: Telefónica mit größten Chancen

aus dem Bereich Breitband
Ende des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Hansenet zum Verkauf steht. Seitdem wird spekuliert, welcher Konkurrent letztlich den Zuschlag für den Hamburger Internetprovider erhält, der bundesweit mit der DSL-Marke Alice aktiv ist. Der Übernahmeprozess ist nun wieder in Fahrt gekommen, Hansenet legte laut einem Bericht des "Manager-Magazin" die Bücher für potentielle Käufer offen. Eine Beschleunigung des Verfahrens sei besonders von Telefónica vorangetrieben worden.

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Telefónica macht Druck

Damit erhalten die an Hansenet interessierten Internetanbieter Vodafone, United Internet und Telefónica Einblick in die Finanzlage von Alice. Nach Angaben des Magazins werden derzeit Telefónica, Mutterkonzern von o2 Deutschland, die größten Chancen für eine Übernahme von Hansenet eingeräumt. Bis Ende Juni können die Bieter ein weiteres unverbindliches Angebot abgeben, United Internet und Vodafone hatten schon zuvor Gebote für Hansenet abgegeben. Vodafone-Chef Fritz Joussen gab an, dass sein Unternehmen dabei jedoch sehr konservativ vorgegangen sei. Die zukünftige Strategie und Ausrichtung von Vodafone Deutschland müsse letztendlich noch mit der Vodafone-Zentrale in England abgesprochen werden. Kommentare zur Einsicht in die Bücher von Hansenet gab es von den beteiligten Unternehmen nicht. Hansenet-Eigentümer Telecom Italia merkte nur an, dass der Verkaufsprozess weiter gehe.

Gibt es Hansenet zum Schnäppchenpreis?

Branchenkenner gehen davon aus, dass Hansenet mit seinen 2,3 Millionen DSL-Kunden derzeit erheblich günstiger zu haben sein wird als noch vor Monaten erwartet. Konkurrent United Internet kaufte die DSL-Sparte von Freenet Ende Mai für schlappe 125 Millionen Euro. Der ursprünglich von Hansenet für das eigene Unternehmen angesetzte Verkaufspreis von über einer Milliarde Euro wird nicht mehr zu erzielen sein, zumal die DSL-Anbieter stagnierende oder sogar sinkende Kundenzahlen verzeichnen. Im DSL-Vergleich leiden insbesondere die kleineren Anbieter unter dem harten Wettbewerb auf dem DSL-Markt.
Jörg Schamberg
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