Die britische Regierung hat im Kampf gegen die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Musikdateien im Internet angekündigt, Wiederholungstäter zukünftig stärker durch den Einsatz "technischer Lösungen" abzuschrecken. Dabei soll jedoch - entgegen den lautstarken Forderungen der britischen Musikindustrie - davon abgesehen werden, den
Internetzugang illegaler Filesharer komplett zu sperren.
Das Internet als Grundbedürfnis
Ein solches Vorgehen erlaubt zum Beispiel das im April
in Frankreich beschlossene Antipiraterie-Gesetz. Regierungsvertreter in Großbritannien hingegen bezeichneten den Zugang zum
Internet gegenüber "BBC Online" als ein ähnliches Grundbedürfnis wie die Versorgung mit Wasser und Elektrizität. Dementsprechend soll zur Bekämpfung illegaler Musikdownloads im Wiederholungsfall ein anderes Vorgehen bevorzugt werden. In den meisten Fällen haben ohnehin bereits im Vorfeld verschickte
Warnbriefe der britischen Musikindustrie die gewünschte präventive Wirkung.
Genauere Details zu den geplanten Aktivitäten gegen Urheberrechtsverletzungen durch Filesharer werden am 16. Juni unter anderem im offiziellen "Digital Britain" Report der Londoner Regierung veröffentlicht. Deren Vertreter bestätigten darüber hinaus lediglich, dass die geplanten Maßnahmen verschiedene technische Wege beinhalten werden, um illegales Filesharing begrenzen zu können oder auch ganz zu verhindern. Nach Meinung von Experten wäre dabei etwa eine stufenweise Absenkung der Bandbreite betroffener Internetanschlüsse durch die
Internet Provider denkbar.
Christian Wolf