Das ZDF ist im Bundestagswahlkampf auch auf der Online-Videoplattform
YouTube präsent. Die TV-Beiträge sollen von diesem Sonntag an
auf einen eigenen YouTube-Kanal gestellt werden, wo Bürger und Politiker auch mit ihren Beiträgen selber zu Wort kommen können. Für 60 Prozent der Erstwähler sei das Netz die erste Informationsquelle. "Es wäre fahrlässig, wenn wir das nicht nutzen würden", so ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender.
US-Wahlkampf als Vorbild
Nach dem Vorbild des letzten US-Wahlkampfs könnten nun auch in Deutschland Bürger im
Internet ihre Videobeiträge hochladen und sich mit Fragen und Meinungen an der öffentlichen Debatte beteiligen. Mit einer "Frage der Woche" sollen sich auch Politiker direkt an die Wähler wenden. Den Auftakt an diesem Sonntag macht der Grüne Jürgen Trittin. Er fragt, was mit dem radioaktiven Müll in Deutschland geschehen soll.
Vom 19. Juli an sollen Prominente politische Thesen zur Diskussion stellen, die YouTube-Nutzer per Video-Antwort kommentieren. Elf Tage vor der Bundestagswahl am 27. September sollen die Höhepunkte der Debatten zwischen Politikern und Wählern dann auf dem YoutTube-Kanal gebündelt werden.
Mit 14 Millionen Nutzern ist YouTube nach eigenen Angaben Deutschlands populärstes Videoportal. Mit dem ZDF-Projekt könne die Plattform für den Austausch zwischen Bürgern und Politikern genutzt werden, sagte Philipp Schindler, Vizepräsident für Nord-und Zentraleuropa der YouTube-Muttergesellschaft Google. YouTube ist dabei der technische Partner, die redaktionelle Verantwortung liegt beim ZDF.
Michael Müller
/ dpa