Das Bezahlfernsehen in Deutschland steht vor einem Umbruch. Ab 4. Juli startet das
von Premiere in Sky umbenannte Pay-TV neu durch. In der Vergangenheit
schob Premiere seine Rekordverluste auch auf Schwarzseher, die teils auch mit illegal eingeführten Receivern die Verschlüsselung umgehen und alle Programme ohne Bezahlung sehen konnten. Vor dem Landgericht München erlitt Premiere nun laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) nun jedoch einen Rückschlag gegen Kathrein, einem Hersteller von digitalen Receivern.
Receiver für Schwarzseher?
Premiere hatte Kathrein auf Zahlung einer Vertragsstrafe in Höhe von 26 Millionen Euro verklagt. Kathrein hatte von 2003 bis 2007 mit Erlaubnis von Premiere Receiver zum Empfang der Pay-TV-Programme des Münchener Senders hergestellt. Die Zusage zum Bau der Receiver gab Premiere nur unter der Voraussetzung, dass Kathrein oder eine Drittfirma keine Geräte zur Umgehung der Premiere-Verschlüsselung herstellt.
Eine andere Firma, an der Kathrein-Hauptgesellschafter Anton Kathrein ebenfalls beteiligt ist, hatte aber 219.000 Receiver aus China importiert und in Deutschland vertrieben. Mit diesen Geräten sei der Schwarzempfang von Premiere-Programmen möglich gewesen. Im vierten Quartal 2007 soll der Vertrieb der
illegalen Receiver Premiere rund 50.000 Neukunden gekostet haben. Der Vorwurf von Premiere an Kathrein: Der Receiverhersteller habe von diesen Geschäften gewusst.
Landgericht findet keinen Nachweis für die Vorwürfe
Das Landgericht München fand dafür jedoch keine Beweise und lehnte die Klage ab. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, kann also noch angefochten werden. Laut FTD werde Premiere zunächst die Urteilsbegründung prüfen und sich eventuelle weitere rechtliche Schritte vorbehalten.