Ein eigenes Internet-Profil mit zahlreichen persönlichen Informationen pflegen, Nachrichten mit Freunden austauschen, Fotos hochladen und für Gott und die Welt sichtbar machen:
soziale Netzwerke bieten unzählige Möglichkeiten, um sich immer wieder in das Gedächtnis von Freunden und Bekannten zu rufen. Internationaler Marktführer ist das amerikanische Portal Facebook, das erst kürzlich durch eine
Finanzspritze aus Russland in Höhe von 200 Millionen Dollar in die Medien kam. Die eigentliche Idee des Portals ist aber ausgerechnet für Gründer und Portal-Chef Mark Zuckerberg ziemlich fremd. Das berichtet das ZEITmagazin in seiner aktuellen Ausgabe.
Facebook muss organisiert werden
Das Privatleben stellt Zuckerberg weder in der realen Welt noch online groß zur Schau. Kameras und Mikrofone liebe er nicht. "Wenn es um Facebook geht, habe ich mit öffentlichen Auftritten kein Problem. Aber es gibt bestimmt Menschen, die so etwas mehr genießen als ich", so der Jung-Chef, der jüngst gerade einmal 25 Jahre alt wurde. Inzwischen sei sein Leben dadurch geprägt, die Organisation von Facebook zu leiten. "Ich lese die ganze Zeit E-Mails, Nachrichten, Postings, die mir meine Freunde schicken." Gegen zehn, elf Uhr am Morgen komme er ins Büro und verlasse es erst am späten Abend. Einen Fernseher um abzuschalten besitze er nicht, könne aber trotzdem zwischendurch abschalten. "Es ist immer etwas los bei mir, aber das ist schon okay."
Schon früh beschäftigte sich der in ehemalige Harvard-Student mit Computern. Mit zehn Jahren schenkten ihm seine Eltern seinen ersten Rechner. Allerdings nicht, weil der kleine Mark sein Interesse angemeldet hatte, sondern weil ein Schulfreund auch einen hatte. "Computerspiele haben mich nie sonderlich interessiert. Ich wollte nicht spielen, ich wollte etwas mit dem Computer machen, etwas Größeres." Das Programmieren brachte er sich mithilfe einiger Bücher bei. Sein erstes Projekt: eine Computerversion seines Lieblingsbrettspiels "Risiko". "Rivalisierende Truppen, die darum kämpfen, die Welt zu beherrschen, das hat Spaß gemacht", sagte Zuckerberg gegenüber dem Magazin.
Mark Zuckerberg Bild: Facebook
Laptop stets eingeschaltet
Den finanziellen Druck, den Facebook aufgrund immer weiter wachsender Datenmengen zu spüren bekommt, sieht der Jung-Unternehmen gelassen. Niemand kenne den aktuellen Wert des Portals. "Aber selbst wenn ich wüsste, wie viel Geld ich besitze, würde es für mich keine Rolle spielen." Seine Vorbilder seien Manager, "die es über die lange Distanz geschafft haben. Ich möchte auch ein Langstreckenläufer werden." Er sei kein 'Ich-ziehe-im-Silicon-Valley-eine-Bude-hoch-und-verkaufe-sie-schnell-wieder'-Typ. Und um stets auf dem Laufenden zu bleiben, laufe sein Notebook rund um die Uhr - auch nachts, wenn er schlafe.
Übrigens: die deutsche Aussprache seines Nachnamens lautet Sakabörg.