Die Fernsehzuschauer als eigener Programmdirektor: Dies ist durch Nutzung der
Online-Mediatheken etlicher TV-Sender inzwischen möglich. Laut der aktuellen
ARD/ZDF Onlinestudie 2009 werden Videos und Sendungen noch Monate nach der erstmaligen Ausstrahlung von den Zuschauern online aufgerufen.
Videos sind online gefragt
"Den Erwartungen der Nutzer, jederzeit und überall auf unsere Inhalte zugreifen zu können, kommen wir mit unseren Mediatheken entgegen", so Helmut Reitze, Intendant des Hessischen Rundfunks und Vorsitzende der ARD/ZDF-Medienkommission. Die Nachfrage nach multimedialen Inhalten im Netz sei weiter gestiegen. 62 Prozent der 1.806 im März und April befragten Erwachsenen gab an, Videos und Fernsehsendungen über Online-Portale und Mediatheken sowohl zeitversetzt als auch live anzuschauen. Im vergangenen Jahr lag dieser Anteil noch bei 55 Prozent. Stärker nachgefragt werden auch Audiofiles aus dem Internet. Radiosendungen und Podcasts wurden von 51 Prozent der Befragten im Netz gehört gegenüber 43 Prozent im Jahr zuvor. Über die Bereitstellung im Netz könnten alle Internetsurfer an der "Informations- und Wissensgesellschaft teilhaben", so Reitze weiter. Für die Inhalte hätten sie über die GEZ-Gebühren bereits bezahlt.
14,5 Millionen Abrufe in der ZDF-Mediathek
Bereits rund ein Fünftel der Internetnutzer greift auf zeitversetzte Fernsehsendungen zu. "Bei den 14- bis 29-jährigen sind es bereits über ein Drittel", erläutert ZDF-Intendant Markus Schächter. "Allein mit unserer ZDFmediathek haben wir im ersten Quartal 2009 rund 14,5 Millionen Sichtungen erzielt und erreichen damit im Vergleich zum Fernsehen überwiegend jüngeres Publikum", so Schächter. Das
Internet als alternativer Abspielweg sei Teil der Strategie des ZDF, um möglichst alle Zielgruppen zu erreichen.
Junge Generation nahezu komplett online
Die Online-Studie der beiden Fernsehsender ermittelte mit 67,1 Prozent einen im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gestiegenen Anteil der Internetnutzer in Deutschland. Mittlerweile sind 43,5 Millionen der bundesdeutschen Erwachsenen online. Dies ist innerhalb eines Jahres ein Zuwachs um 0,8 Millionen Nutzer.
Wie schon die Studienergebnisse der letzten Jahre aufzeigten, so finden immer mehr ältere Menschen den Weg ins Netz. Bei den Über-50-Jährigen tummeln sich inzwischen 40,7 Prozent auf dem Datenhighway.
Die jüngere Generation der 14- bis 29-Jährigen ist mit 96,1 Prozent dagegen schon fast komplett online und nutzt regelmäßig das Internet. Auch für 84,2 Prozent der Befragten im mittleren Alter, den 30- bis 49-Jährigen, ist die Nutzung des Internets inzwischen Alltag.