Was passiert, wenn Hollywood-Studios in Zeiten sinkender Umsätze nach alternativen Umsatzquellen Ausschau halten, muss in diesen Tagen das Start-Up Zattoo erkennen. Wie von onlinekosten.de bereits berichtet, haben die Filmstudios Warner Bros und Universal per Einstweiliger Verfügung verbieten lassen, dass Zattoo mehrere ihrer Filme über das
Internet streamt. Bei dem Schweizer Unternehmen ist dazu übergegangen die entsprechenden
Inhalte zu schwärzen und rechnet offenbar nicht mit einer kurzfristigen Lösung.
Prüfung kann dauern
"Wir müssen Geduld haben. Ich kann mir vorstellen, dass das Schwärzen mehrere Jahre dauern wird und einer europäischen Prüfung bedarf", sagte Zattoo-Chef Beat Knecht der "Frankfurter Rundschau". Er rechnet mit einem für die Branche langen und wegweisenden Verfahren. In Deutschland habe Zattoo "die in dieser Sache mit Abstand komplizierteste Rechtslage", sagt Knecht.
Unverständnis ruft beim Zattoo-Chef insbesondere der Vorwurf der Filmstudios hervor, Zattoo unterbreche das laufende Programm durch Werbeeinblendungen. "Wir unterbrechen das Programm nicht, sondern zeigen es eins zu eins. Die Werbung sieht der Nutzer nur beim Umschalten. Das berührt das Programm nicht." Deswegen sei Zattoo nicht verpflichtet die Rechte für die Ausstrahlung der Programme neu beantragen und bezahlen zu müssen.
Erst kürzlich war der Start des
Zattoo Web TV bekannt geworden. Die rund
1,5 Millionen deutschen Zattoo-Nutzer können darüber auch ohne zusätzliche Software online fernsehen. Derzeit sind aber im Rahmen des Beta-Tests nur wenige Sender freigeschaltet.