Dienstag, 26.05.2009 08:55

1&1 kauft DSL-Geschäft von freenet

aus dem Bereich Breitband
Internet-Unternehmer Ralph Domermuth hat es wieder einmal geschafft: im Bieterstreit um das DSL-Geschäft von freenet hat sich der Chef von 1&1 durchgesetzt. Für 123 Millionen Euro wird die United Internet-Tochter alle DSL-Kunden von freenet übernehmen, teilten beide Unternehmen am Dienstag mit. Vorausgesetzt, das Bundeskartellamt gibt grünes Licht.

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United Internet zahlt viel Geld

Der Kaufpreis, der zum Großteil zum Zeitpunkt der Kundenmigration fällig wird, soll zu circa 70 Millionen Euro in bar erfolgen. Der Restwert werde mit knapp 4,6 Millionen United-Internet-Aktien gezahlt. Soweit der Börsenkurs der United-Internet-Aktie zum Zeitpunkt der technischen Kundenmigration unter zwölf Euro notiert, soll freenet einen Ausgleichsbetrag in bar erhalten. Mehr als vier Euro pro Aktie werden allerdings nicht gezahlt. United Internet habe aber auch die Option, den gesamten Kaufpreis in bar zu begleichen. Am Dienstagmorgen notierte die United-Internet-Aktie bei gut 7,50 Euro und damit rund fünf Prozent im Plus.

United Internet geht davon aus, dass zum Zeitpunkt der Migration circa 700.000 DSL-Verträge an 1&1 übergehen werden. Damit würde der Internetanbieter in Deutschland zum zweitgrößten DSL-Vermarkter hinter der Deutschen Telekom aufsteigen und Vodafone auf Platz drei verdrängen. Übernommen werden all jene Kunden, die ein freenetDSL oder freenetKomplett-Paket nutzen. Ende März standen bei freenet noch 906.000 DSL-Kunden unter Vertrag. Ziel sei es, die Übernahme bis zum Jahresende abschließen zu können. Kunden sollen von der technischen Umstellung nichts merken.

Enge Kooperation

Der Übernahmevertrag sieht auch vor, dass freenet und 1&1 bis mindestens Ende 2014 im Vertrieb eng zusammenarbeiten. Die 1&1-DSL-Pakete sollen zukünftig auch in den circa 1.000 mobilcom-debitel-Shops sowie unter freenet.de verkauft werden. Auf diese Weise sollen nach Vorstellungen von United-Internet-Chef Dommermuth in den nächsten fünf Jahren 500.000 DSL-Kunden gewonnen werden.

Zusätzlich zu marktüblichen Provisionen winkt freenet eine zusätzliche Prämie, wenn die Vertriebsziele erreicht werden. Dann sollen noch einmal bis zu 6,5 Millionen United-Internet-Aktien an freenet übertragen werden. Das entspreche nach derzeitigem Stand einem Wert von 49 Millionen Euro. United Internet hat auch hier die Option, eine Barzahlung zu leisten.
Hayo Lücke
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