Der
Mobilfunk- und
DSL-Anbieter Vodafone will seine Stellung als zweitgrößter Telekomkonzern in Deutschland ausbauen und profitabelster Anbieter von Handydiensten bleiben. Nach der vollständigen
Übernahme des Festnetzanbieters Arcor haben die Düsseldorfer jetzt auch Interesse an dem Erwerb der zum Verkauf stehenden
HanseNet angekündigt.
Ziel: 20 Prozent Marktanteil
Bei der Vorlage der
Geschäftszahlen für 2008/2009 bestätigte Deutschland-Chef Friedrich Joussen am Dienstag, dass das Unternehmen ein erstes nicht-bindendes Angebot für die Tochterfirma der Telecom Italia vorgelegt habe. "Wir haben aber die Chance, 20 Prozent Marktanteil auch alleine zu erreichen", sagte Joussen.
An einer Übernahme von HanseNet ist unter anderem die Deutschland-Tochter des spanischen Telekomkonzerns Telefónica
o2 interessiert. Ferner soll auch die
1&1-Mutter United Internet zu den Kaufinteressenten gehören. Zu möglichen Übernahmepreisen machte Joussen keine Angaben. "Wir bieten das, was wir für angemessen halten". Ende April war die Frist für die Abgabe von unverbindlichen Offerten abgelaufen.
Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage zeigte sich Joussen mit den Ergebnissen des abgelaufenen Geschäftsjahres zufrieden. "Wir haben das Jahr positiv gestaltet. Die Zahl der
DSL-Kunden sei auf 3,2 Millionen gestiegen. Damit ist Vodafone unter den Konkurrenten der
Telekom mit Abstand der führende Anbieter. Mittelfristig will das Unternehmen einen Marktanteil von 20 Prozent aus eigener Kraft erreichen. Joussen kündigte außerdem an, dass ab dem 1. August der Markenname
Arcor durch Vodafone ersetzt und das Unternehmen eine neue Werbekampagne starten werde.
Hoffnung auf Digitale Dividende
Weiterhin Hoffnungen macht sich Vodafone auf die Zuteilung von
freien Rundfunkfrequenzen, um Kunden ohne
Breitband-Anbindung auf dem Lande das schnelle Internet anbieten zu können. Wann der Bundesrat eine Entscheidung über die sogenannte digitale Dividende fällt und ob es im Lauf dieses Jahres noch zu einer Versteigerung der Frequenzen kommen wird, ist unklar. Wenn die Entscheidung zügig falle und Vodafone Frequenzen bekäme, "wird es 2010 keine weißen Flecken mehr geben", betonte Joussen. An diesen ehrgeizigen Plänen hatten Experten zuletzt aber
Zweifel angemeldet.