Das
Internet bietet eine Vielzahl interessanter Webseiten, Portale und Netzwerke. Etliche dieser Angebote erfordern eine meist kostenlose Registrierung und ein Login mit Benutzernamen und Passwort. Im Laufe der Zeit sammelt sich auf diese Weise bei so manchem Surfer eine längere Liste an Logininformationen an. Es sei denn, überall werden die gleichen Zugangsdaten verwendet. Eine solcher Umgang mit Zugangsdaten ist allerdings nach Expertenmeinung mehr als leichtsinnig. Die E-Mail-Anbieter
Web.de und
GMX, beide zum
United Internet-Konzern gehörend, bieten ab sofort mit dem Navigator eine zentrale Lösung für den Passwort-Dschungel an. Das Web.de- oder GMX-Postfach soll künftig
Web 2.0-Accounts bündeln und zum Startplatz für den Besuch der beliebtesten Communities und Shops im Netz werden. Laut einer repräsentativen Studie im Auftrag von Web.de wünschen sich 70 Prozent ein Zusammenwachsen der Dienste.
Navigator als zentraler Startplatz
Für über 20 Millionen Internetnutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz schalten die beiden Anbieter ab sofort den "Navigator" kostenlos frei. Die einzelnen Funktionen des Navigators sind über eine eigene Menüleiste oberhalb des E-Mail-Postfachs abrufbar. Passwörter für die vom Nutzer meistbesuchten Seiten wie etwa den VZ-Netzwerken, wer-kennt-wen.de oder lokalisten.de sowie von zahlreichen anderen Onlineportalen lassen sich zentral im Navigator in den Bereichen Netzwerke, Shops und Dienste online speichern. Somit kann danach direkt aus dem E-Mail Postfach auf
soziale Netzwerke, Online-Shops wie Tchibo, Die Bahn, Neckermann, Douglas & Co. oder auf verschiedene Internetdienste zugegriffen werden.
Zentrale Speicherung von Passwörtern
Der Katalog mit Internetangeboten, der derzeit rund 80 Anbieter umfasst, soll in den kommenden Monaten um weitere Navigator-Partner erweitert werden. An der Integration von Xing und MySpace arbeite man, auch der Micro-Blogging-Dienst Twitter soll demnächst folgen. Nutzer können Internetseiten, die in den Navigator aufgenommen werden sollen, aber auch selbst über den Button "Dienst wünschen" vorschlagen. Gegenüber onlinekosten.de erläuterte ein GMX-Sprecher, dass die Speicherung der Zugangsdaten auf den Servern der beiden E-Mail-Anbieter höchsten Sicherheitsvorschriften unterliege und verschlüsselt erfolge. Die Passwörter würden erheblich sicherer gespeichert als wenn ein Nutzer diese einfach in seinem
Browser hinterlege. Der bereits von rund 200.000 Web.de-Nutzern vorab in der Beta-Phase getestete Navigator sei positiv angenommen worden. Anwender loggten sich bis zu zehnmal häufiger in ihre sozialen Netzwerke ein, da sie das Passwort nicht mehr neu eintippen müssten. Dadurch würde auch die Aufenthaltsdauer im E-Mail Postfach von Web.de und GMX deutlich verlängert. Vorteil für die beiden Unternehmen: Die Integration von Partnergeschäften ermöglicht mehr Umsätze durch Online-Marketing.

Login-Zentrale des Navigators von Web.de und GMX.
Zum Vergrößern anklicken. Screenshot: onlinekosten.de
Navigator bietet kostenlose Zusatzfeatures
Über die reine Passwortspeicherung hinaus bietet der Navigator aber noch weitere Features. So bietet ein RSS-Feed-Center eine zentrale Übersicht über abonnierte Feeds. Eine über Google realisierte eigene Suche ist ebenfalls im E-Mail-Postfach integriert. Über den Bookmark-Dienst können Lesezeichen online gespeichert und somit überall abgerufen werden. Schluss mit dem Chaos von überall verteilten Notizzetteln macht die virtuelle Pinnwand. Bei einem Test der neuen Funktion durch onlinekosten.de fiel auf, dass der Navigator offenbar noch nicht für GMX-Kunden freigeschaltet ist. Dazu erklärte der GMX-Sprecher, dass die Freischaltung für die Kunden in mehreren Etappen erfolge und im Laufe des Tages allen Kunden zur Verfügung stehen werde.