Das Geschäft mit Musik im
Internet kommt immer besser in Fahrt: Im vergangenen Jahr wurden nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom rund
73 Millionen Umsatz mit Musik-Downloads gemacht, eine Steigerung um fast ein Drittel zum Vorjahr. Der Musikfan kann nach Angaben des Musikindustrieverbandes IFPI in Deutschland zwischen rund zwei Dutzend Angeboten wählen. Und die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, die Preise und Dateiformate genau zu vergleichen.
Charts im Vergleich
Sechs große Internet-Musikanbieter hat die Verbraucherzentrale genauer unter die Lupe genommen: das
Telekom-Portal Musicload.de, den Apple-Music-Store mit der Software iTunes, AOL, Medion und Saturn (ähnliches Angebot wie MediaMarkt) sowie den Dienst von
Amazon, der erst seit Anfang April in Deutschland verfügbar ist. Stichtag für den Preisvergleich der Top-10 aus Single- und Album-Charts war der 17. April.
Günstige Tracks bei Medion
Bei den Top-10 der Singles lagen die Preise der Einzeltracks bei drei von sechs Portalen in der Regel um einen Euro. So waren bei Amazon, iTunes und Saturn alle zehn Songs für knapp unter zehn Euro zu haben. Schnäppchenjäger wurden in diesem Fall bei Medion fündig, wo drei der Titel nur je 49 Cent kosteten. Mit einem Gesamtpreis von 8,40 Euro brachte das den Tagessieg in den Singlecharts.
Teuer wurde laut Verbraucherzentrale der Hit-Einkauf bei Musicload, wo überwiegend 1,29 Euro pro Song verlangt werden. Da das Portal obendrein für die Dauer-Nummer-Eins "Poker Face" von Lady GaGa ganze 1,79 Euro verlangt, kommen insgesamt 13,60 Euro und damit über fünf Euro mehr zusammen als bei Medion. Mit 13,40 Euro steht das Angebot von AOL dem allerdings kaum nach.
Amazon mit günstigsten Alben
Beim Kauf von Komplett-Alben werden die Unterschiede noch deutlicher. Am Testtag war Amazon der billigste Anbieter und verlangte für die zehn Top-Alben insgesamt nur 69,84 Euro. Der Newcomer bietet seit seinem Start viele Alben für knapp fünf Euro an, dauerhaft ist damit nicht unbedingt zu rechnen. Mit 20 Euro Abstand lag Medion auf Platz Zwei. Es folgten Apple und Saturn mit je 99,90 Euro knapp unter der 100er-Marke.