Das Online-Netzwerk Facebook ist in den USA wegen eines
laxen Umgangs mit Holocaust-Leugnern in die Kritik geraten. Nach Beschwerden eines amerikanischen Anwalts löschte das Unternehmen am Dienstag zwei Nutzer-Gruppen.
"Keine Verletzung unserer Nutzungsbedingungen"
In den betroffenen Gruppen wurde der Völkermord an den Juden im Zweiten Weltkrieg bestritten, weitere sind nach nach US-Medienberichten aber noch online. "Die Leugnung des Holocaust ist keine Verletzung unserer Nutzungsbedingungen", erklärte Facebook gegenüber dem Fachblog TechCrunch. Man beobachte die verbleibenden Gruppen jedoch. Falls die Diskussion Hass oder Gewalt fördere, werde man sie stoppen. Das Unternehmen wolle generell seinen Nutzern Meinungsfreiheit bieten, müsse aber gleichzeitig dafür sorgen, dass Individuen und Gruppen sich nicht bedroht fühlen.
In Deutschland strafbar
In Deutschland ist die Leugnung des Holocaust anders als in den USA eine Straftat. Deswegen blockiert Facebook nach eigenen Angaben seit kurzem derartige Inhalte, wenn Nutzer mit einer IP-Adresse aus der Deutschland darauf zugreifen wollen. Die umstrittenen Gruppen waren am Nachmittag für deutsche Mitglieder nicht verfügbar.
Marcel Petritz
/ dpa