Im Streit um
Kinderporno-Sperren im Internet wird die Deutsche Kinderhilfe mit einer bundesweiten Unterschriftenaktion für das umstrittene Gesetz werben. Die Organisation mit Sitz in Berlin wolle damit einen Kontrapunkt gegen die Online-Petition setzen,
die das Gesetz stoppen will, sagte der Vorsitzende Georg Ehrmann am Dienstag.
Kinderpornos unbedingt sperren
"Die 70.000 Unterstützer der Online-Petition repräsentieren nicht die Meinung der deutschen Bevölkerung, die meisten Deutschen wollen Kinderpornos gesperrt wissen", so Ehrmann. Ziel der Unterschriftenaktion der Deutschen Kinderhilfe sei es daher, bis Ende Mai 100.000 Unterschriften zu sammeln. "Wir wollen verhindern, dass das
Gesetzgebungsverfahren aufgrund der Online-Petition auf Eis gelegt wird."
Die Unterstützer der Online-Petition befürworten das Ziel, den Missbrauch von Kindern zu stoppen - aber nicht die geplanten Mittel. Wenn das BKA festlege, welche Websites gesperrt würden, so der Vorwurf, sei das ein Angriff auf die Informationsfreiheit. Es sei "intransparent und nicht nachvollziehbar", nach welchen Kriterien Websites gesperrt würden, monieren die Kritiker. Der damit verbundene Zensur-Vorwurf wurde allerdings nicht nur
aus den Reihen der Politik wiederholt zurückgewiesen, sondern auch von
wissenschaftlicher Seite für haltlos erklärt.
Der Auftakt der Kinderhilfe-Aktion findet laut Initiatoren an diesem Mittwoch vor dem Bundesligaspiel von Arminia Bielefeld gegen 1899 Hoffenheim in Bielefeld statt.