Die EU hat sich Gedanken über Verbraucherrechte im
Internet gemacht und hierzu einen neuen Online-Guide namens
eYouGuide gestartet. In diesem Zusammenhang haben die EU-Kommissare Viviane Reding und Meglena Kuneva auch Lücken in den geltenden Richtlinien aufgezeigt.
Zwei Jahre Gewährleistung
Unter anderem sollen digitale Inhalte wie Download-Musik mit länderübergreifenden Lizenzen angeboten werden. Zudem müsse der Kunde genau darüber informiert werden, ob das Kopieren der heruntergeladenen Titel und Filme erlaubt sei oder nicht, um die aktuellen Gesetzes-Bruchstücke im Bereich der Privatkopie zu beenden. Interessant ist auch die Forderung, das geltende Recht für materielle Güter wie Hardware auf Lizenzvereinbarungen für Software auszuweiten. Die EU erwähnt hier
Anti-Viren-Software und
Computerspiele, die künftig den gleichen Richtlinien wie gekaufte Waren unterliegen sollen – sprich: mit zwei Jahren Gewährleistung. Den Käufern soll demnach das Recht auf ein funktionierendes Produkt eingeräumt werden.
Kritik aus der Softwarebranche
Die Business Software Alliance, kurz BSA, der zum Beispiel auch Apple, Microsoft und Adobe angehören, hat die Forderungen gegenüber dem Magazin "ZDNet UK" kommentiert. Wie die Vertreter der Softwarebranche einräumen, könnten Anbieter von digitalem Content die zu erwartende Nutzung der Software und deren Leistung nicht mit Gewissheit vorhersagen. Die Performance einer Software hänge von verschiedenen Faktoren ab. Die BSA führt gegenüber dem Magazin Punkte wie das System des Anwenders, die Regelmäßigkeit von
Updates und auch die Einschränkung durch Attacken von Malware an. Auch, ob das Programm angepasst oder modifiziert werden könne, trage hierzu bei.
Der eYouGuide soll Internet-Nutzer über ihre Rechte im Netz informieren und sie zum Beispiel zum
Onlineshopping animieren – auch bei Händlern außerhalb Deutschlands. Hierzu soll auch das Vertrauen in
Zahlungssysteme im Internet gestärkt werden. Zusätzlich planen die EU-Kommissare ein EU-weites Vertrauenssiegel für Shop-Websites.