Montag, 11.05.2009 11:01

Microsoft zieht Google in EU-Browserstreit hinein

aus dem Bereich Sonstiges
Der US-Softwaregigant Microsoft kämpft mit harten Bandagen im Kartellstreit mit der EU-Kommission in Brüssel. Der US-Konzern sperrt sich laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) gegen geplante neue Regeln der Kommission, die Microsoft zwingen würden, mit dem Windows Betriebssystem neben dem Internet Explorer aus dem eigenen Haus auch Browser anderer Hersteller auszuliefern. Microsoft redet dabei den europäischen Marktanteil des eigenen Browsers klein, der in den vergangenen vier Jahren von 85 Prozent auf 55 Prozent gefallen sei. Es gebe angeblich genug Wettbewerb auf dem Browsermarkt. Wettbewerber bestreiten diese Zahl und sehen den Marktanteil des Internet Explorer immer noch bei rund 70 Prozent in Europa.

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Furcht vor dem Google-Standard

In nach Angaben der "FTD" vertraulichen Unterlagen für die EU-Kommission warnt Microsoft als Folge einer Koppelung von Windows mit Browsern anderer Hersteller vor einer Einschränkung des Wettbewerbs bei den Suchmaschinen. Denn Firefox und Opera, die Alternativen zu Microsofts Browser Internet Explorer, arbeiten mit Google zusammen und setzen die weltweit führende Suchmaschine als Standardsuchmaschine ein. Auch der Google Browser Chrome setzt selbstverständlich auf die Suchmaschine aus dem eigenen Hause.

Microsoft bezweifelt, ob es überhaupt zulässig sei, dass das Software-Unternehmen gezwungen wird sein Betriebssystem mit Produkten anderer Hersteller auszuliefern. Wenn Google zusätzlich noch mit den Computerherstellern zusammenarbeite, könnten auch diese beim Fenster mit der Browserwahl die Google-Suche als Standard einstellen.

Google: Mehr Wettbewerb kommt Verbrauchern zugute

Google selbst gibt sich gelassen und will sich aus dem Verfahren möglichst heraushalten. "Wir sind der Meinung, dass mehr Wettbewerb mehr Innovationen im Web bedeutet, und das kommt den Verbrauchern zugute", so der schlichte Kommentar von Google. Dennoch hatte Google sich Ende Februar der Browser-Klage von Opera gegen Microsoft angeschlossen.
Jörg Schamberg
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