Der Internet-Professor Christoph Meinel sieht in der geplanten
Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet keine Gefahr für das Grundrecht auf Informationsfreiheit. Wer dies behaupte, schüre irrationale Ängste, dass Websperren auf weitere Inhalte im
Internet ausgedehnt werden, sagte der Direktor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) für Softwaresystemtechnik in Potsdam in einer Mitteilung am Samstag.
Schwelle werde erhöht
Auch im Printmedienbereich werde längst akzeptiert, dass die Gesellschaft ein legitimes Recht hat, sich gegen die Veröffentlichung solcher verbotenen Inhalte zu wehren. Alle technischen Verfahren zur Sperrung solcher Internetseiten hätten Schwachstellen, räumte der Professor für Internet-Technologien und -Systeme ein. Zumindest die Schwelle für den Zugang via
DSL über den eigenen
Internetanbieter werde jedoch durch solche Sperren deutlich erhöht.
In der Rekordzeit von nur vier Tagen hatte zuvor eine
Online-Petition gegen das Gesetz zur Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet mehr als 55.000 Unterstützer gefunden. Damit ist die Mindestzahl erreicht, ab der sich der Petitionsausschuss des Bundestages in einer öffentlichen Sitzung mit dem Antrag befassen muss. Das Familienministerium hält dennoch an seinen Gesetzesplänen fest.