Medienmogul Rupert Murdoch will Geld für die derzeit kostenlosen
Internet-Ausgaben seiner Top-Zeitungen wie der Londoner "Times" und des Boulevardblatts "Sun" kassieren. Er denke, dass es erste Bezahlangebote in den kommenden zwölf Monaten geben werde, sagte Murdoch in einer Telefonkonferenz nach Vorlage der Quartalszahlen seines Medienkonzerns News Corporation am Mittwochabend.
Kurswechsel zu Bezahlangeboten
Das wäre ein radikaler Kurswechsel für den 78-jährigen Multi- Milliardär. Bei der Übernahme des "Wall Street Journal" vor zwei Jahren soll Murdoch laut Medienberichten noch Druck gemacht haben, die Bezahl-Abonnements bei dem Flaggschiff der US-Finanzpresse aufzugeben. Eine im März veröffentlichte Studie war für die USA zu dem Schluss gekommen, dass sich
US-Bürger immer mehr im Internet statt über Zeitungen informieren. Sie zögen zudem Gratisangebote den Betzahlangeboten vor.
Einbrüche bei Werbeeinnahmen
Wie andere in der Branche hatten auch Murdochs Blätter zum Jahresbeginn mit Einbrüchen der Werbeeinnahmen zu kämpfen. Im ersten Quartal fiel das operative Ergebnis der Sparte Zeitungen und Informationsdienste im Jahresvergleich von 216 auf nur noch 7 Millionen Dollar.
Die "Sunday Times", einst ein großer Gewinnbringer, sei noch "gerade eben" in den schwarzen Zahlen, räumte Murdoch in der Telefonkonferenz ein. Dagegen profitiere die "Sun" mit ihrer Auflage von drei Millionen Exemplaren unter anderem von einem scharfen Wettbewerb der britischen Supermärkte, die viele Anzeigen schalteten.