Nach zahlreichen Datenschutz- und Spitzelskandalen will die
Deutsche Telekom mit einem Bündel von Maßnahmen das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen. Das geht aus dem ersten Datenschutzbericht des Konzerns hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Bisher hatte der Bericht nur als internes Dokument des Datenschutzbeauftragten vorgelegen.
Empfindlichere Alarmsysteme
So seien nach dem mehrmaligen
Diebstahl aus den Datenbanken des Konzerns die Speicherfunktionen von Arbeitsplatzrechnern weiter eingeschränkt worden, um die Mitnahme von Daten zu unterbinden. Zudem schlagen laut Telekom die Systeme bei Massendatenabfragen jetzt schneller Alarm und die Zugriffe auf Datenbanken werden stärker dokumentiert.
Darüber hinaus lasse die Telekom ihre Kundensysteme vom TÜV als
anerkannter Prüfstelle zertifizieren. Bei den untersuchten Systemen
handele es sich um drei Portale, die von Vertriebspartnern, den Telekom Shops und von Call-Centern verwendet werden.
Unabhängiger Datenschutzbeirat
Eine weitere Maßnahme, die als Konsequenz aus den Vorfällen des vergangenen Jahres umgesetzt wurde, sei die Einrichtung eines unabhängigen Datenschutzbeirats, der mit externen Experten besetzt ist. Dieses Gremium tage regelmäßig und solle den Vorstand der Telekom bei datenschutzrelevanten Themen beraten.
"Die Vorlage des Datenschutzberichts ist ein weiterer Schritt zur Einlösung unseres Versprechens, für mehr Transparenz zu sorgen", sagte Datenschutzvorstand Dr. Manfred Balz. "Dem Datenschutz muss in der Gesellschaft eine größere Bedeutung eingeräumt werden, dass zeigen die Datenschutzvorfälle bei uns und bei anderen Unternehmen", erklärt Balz.
Michael Posdziech
/ Mit Material der dpa