Der derzeitigen Wirtschaftskrise zum Trotz konnte der Online-Versandhändler
Amazon seine Gewinne weiter kräftig steigern. Amazon zog zu Jahresbeginn mit 16,7 Millionen Kunden in Deutschland erstmals am Online-Auktionshaus
eBay vorbei, das 16,3 Millionen Kunden zählte. Dennoch gibt es bei Amazon Deutschland laut einem Bericht des "Handelsblatt" Überlegungen, nun zusätzlich auf eigene Rechnung groß ins Modegeschäft einzusteigen.
Mode schiebt sich vor Bücher
Auf
amazon.de findet sich zwar bereits aktuell eine Kategorie "Bekleidung" als Beta, doch die Deutschlandtochter des US-Unternehmens vermarktet hier nur Produkte für Handelspartner wie Mexx, Klingel, Palmers oder Trigema. "Wir schauen uns derzeit genau an, welche Prozesse wir dafür aufbauen müssten", sagte Amazons Deutschlandchef Ralf Kleber dem "Handelsblatt". Ein lohnenswertes Geschäft ist der Handel mit Mode auf jeden Fall. Erstmals begeisterten sich laut Marktforschungsinstitut GfK mehr Online-Shopper für Bekleidung als für die lange an der Spitze stehenden Produkte aus der Kategorie Bücher. Dieser Trend geht auch aus der aktuellen Bilanz von Amazon hervor. Während Verkäufe von Bücher und CDs zwar um immerhin 17 Prozent zulegen konnten, verbuchten etwa die Bereiche Schuhe, Sportartikel und Spielwaren Zuwächse um über 50 Prozent.
Mode soll bei Amazon künftig eine größere Rolle spielen. Screenshot: onlinekosten.de
Stärkung der Logistik durch drittes Versandzentrum
"Wir wollen möglichst alles verkaufen", sagt Amazons Deutschlandchef und scheut auch nicht vor einem Kampf mit den traditionellen Versandhäusern wie dem Otto-Versand zurück, die schon längst über ein eigenes Standbein im Online-Versand verfügen. Durch die Kooperation mit Dritthändlern könne Amazon ein viel größeres Angebot online zur Verfügung stellen als es Katalogfirmen möglich sei. Amazon Deutschland investiert zudem kräftig in die eigene Logistik: In Kürze wird das 90.000 Quadratmeter große Amazon-Versandzentrum in Bad Hersfeld, bereits das dritte in Deutschland, seine Arbeit aufnehmen.