Die von der Bundesregierung initiierte
Sperrung kinderpornografischer Internet-Seiten wird sich um etliche Monate verzögern. Die
Deutsche Telekom machte im Nachrichtenmagazin "Focus" dafür technische Hürden verantwortlich.
Entwicklung braucht Zeit
Telekom-Sprecher Ralf Sauerzapf sagte: "Wir müssen eine Software entwickeln, die es bis dato noch gar nicht gibt, und diese auf einigen hundert Servern testen und installieren." Die Entwicklung und Umsetzung dieses vollautomatischen Verfahrens koste mehr Zeit als gedacht. "Die Sperre kann daher voraussichtlich erst in einem halben Jahr aktiviert werden", so Sauerzapf.
Die technische Verzögerung verstößt nicht gegen die Vereinbarung der Internet-Anbieter mit dem Bundeskriminalamt. In den entsprechenden Verträgen sei ein Zeitraum von sechs Monaten bis zur Bereitstellung der neuen Technik festgeschrieben worden, sagte ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums am Montag in Berlin.
Nach Schätzungen gibt es in Deutschland täglich bis zu 450.000 Zugriffe auf Seiten mit kinderpornografischem Inhalt. 20 bis 25 Länder weltweit haben bereits Sperren für diese Angebote eingeführt oder tun das in Kürze.
Hayo Lücke
/ dpa