Die Printmedien verlieren an Auflage und Werbeeinnahmen - die Internetangebote bescheren noch nicht hinreichend Gewinne. Eine Lösung des Problems ist vorerst nicht in Sicht, doch eine Anregung kommt aus den USA: Dort wollen Verleger und Geschäftsleute über das
Portal "Journalism Online" hochwertige journalistische Produkte großer Anbieter im Internet gegen Bezahlung anbieten.
Werbung allein reicht nicht
Deutsche Verleger reagieren weitgehend zurückhaltend auf solch ein Geschäftsmodell, wie eine dpa-Umfrage ergab. Mehrere Unternehmen wollten sich überhaupt nicht äußern. Der Kölner Verlag DuMont Schauberg, zu dem unter anderem der "Kölner Stadt-Anzeiger", die "Berliner Zeitung" und die "Frankfurter Rundschau" gehören, plant zwar keinen isolierten Vorstoß, sollte es aber einen Branchenkonsens in dieser Richtung geben, könnte man sich das durchaus vorstellen, sagte Verleger Konstantin Neven DuMont.
Der Hamburger Verlag Gruner+Jahr, zu dem unter anderem das Magazin-Flaggschiff "Stern" zählt, ist sich laut Vorstandschef Bernd Buchholz bewusst, dass das Internet-Geschäft der Verlage nicht allein auf der Finanzierungssäule Werbung beruhen kann. "Für Bezahlinhalte müssen zunächst einfache technische Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Nutzer darauf eingehen", sagte Buchholz bei der Bilanz-Pressekonferenz. Man müsse "mit einem Klick für wenige Cent" einen Artikel lesen können (micro-payment). An dieser Position hat sich nach Angaben eines Verlagssprechers nichts geändert. Der G+J-Chef plädiert außerdem dafür,
Urheberrechte im Internet besser zu schützen.
Spezialisierte Inhalte gegen Geld
Die Axel Springer AG geht nicht davon aus, dass es möglich ist, die im Internet gelernte "Kostenlos-Kultur" in eine "Bezahl-Kultur" zu verwandeln. Vorstandschef Mathias Döpfner im dpa-Interview: "Die große Trendwende hin zu Bezahlmodellen halte ich für unwahrscheinlich. Für spezialisierte Angebote jedoch kann das gelingen."