Der deutsche Musikrechte-Verwerter GEMA kämpft gegen sinkende Einnahmen. Im vergangenen Jahr kassierte die Gesellschaft 823 Millionen Euro von Tonträger-Herstellern, Rundfunksendern und anderen Nutzern, das waren 3,1 Prozent weniger als 2007.
Negativer Trend setzt sich fort
Nach Abzug der Kosten blieben 701 Millionen Euro, die an Komponisten, Textautoren und Musikverlegern ausgeschüttet wurden, berichtete GEMA-Vorstandschef Harald Heker am Donnerstag in Berlin.
Der Löwenanteil des Umsatzrückgangs sei auf ein Minus von 32 Millionen Euro oder 17,4 Prozent bei den Tonträgern zurückzuführen. Damit habe sich ein negativer Trend fortgesetzt. Um ihn zu stoppen, will die GEMA vor Gericht konsequent gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet vorgehen.
Die Einnahmen, die von
Internet-Anbieter stammen, seien "nach wie vor katastrophal niedrig", sagte Heker. Sie lagen 2008 bei nur 7,3 Millionen Euro. Allerdings erwartet die GEMA aus laufenden Schiedsverfahren noch einige Millionen Euro an Nachzahlungen. Seit Anfang 2008 seien mehr als 20 Verfahren gegen
Musik-Piraten im Internet gewonnen worden. Auf diese Weise "können wir die grundlegenden Probleme aber nicht lösen", sagte Heker. Es gehe um einen gesellschaftlichen Konsens, "dass die Rechte der Autoren geschützt werden müssen".
Neue Verhandlungen mit YouTube
Im Streit mit dem Online-Dienst YouTube über die Vergütung für Musikvideos wurden die abgebrochenen Verhandlungen nach Angaben Hekers wieder aufgenommen. "In den nächsten Wochen wird es hoffentlich ein Spitzengespräch mit dem Vorstand von Google/YouTube geben", sagte er. Ende März war eine einjährige Lizenzvereinbarung mit YouTube ausgelaufen, das zum Internetkonzern Google gehört.
Verhandlungen über einen neuen Vertrag scheiterten. Die GEMA schlägt eine Lizenzgebühr von einem Cent pro abgerufenem Video-Datenpaket (Stream) vor. YouTube sei bislang nicht bereit, der GEMA Nutzungszahlen zur Verfügung zu stellen, sagte Heker.