Um Autoren und andere Künstler für Urheberrechtsverletzungen im
Internet zu entschädigen, schlägt der Harvard-Professor Urs Gasser eine "Kulturflatrate" vor. Danach sollte der Staat Steuern auf den Internetzugang digitaler Geräte erheben, sagte Gasser am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Aus diesen Steuereinnahmen könnten dann Künstler proportional zur Werknutzung entschädigt werden.
Ziel: Bewusstsein schärfen
Nach Ansicht Gassers hat die Internet-Nutzung von Jugendlichen deren Verhältnis zu Fragen des Urheberrechts und des geistigen Eigentums stark verändert. Das Internet mit seiner unglaublichen Fülle von Informationen habe bei Jugendlichen, den sogenannten "Digital Natives", zu der sozialen Erwartung geführt, dass Inhalte grundsätzlich frei verfügbar und jederzeit von allen Ecken der Welt abrufbar seien.
Hier zeige sich eine Kluft zwischen den "Digital Natives" und der älteren Generation, den "Digital Immigrants", die ein sehr viel stärkeres Bewusstsein dafür hätten, dass man für Inhalte auch bezahlen muss. Es sei sehr schwer, diese starken sozialen Normen der "Digital Natives" rückgängig zu machen, etwa durch rechtliche Sanktionen, betonte Gasser: "Da, glaube ich, ist der Kampf tatsächlich weitgehend verloren."