Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon hat eine Klage gegen das kleine Schweizer Startup Amazee eingereicht. Dem amerikanischen Unternehmen ähnelt der Name der Online-Plattform für Social-Collaboration zu sehr dem eigenen.
Gleicher Klang
Amazon will damit verhindern, dass der Name Amazee in den USA als Marke eingetragen wird. Außerdem soll der Name in der Schweiz gelöscht werden. Denn laut Amazon könnten Konsumenten die beiden Marken verwechseln. Durch den gleichen Wortanfang entstehe ein "ähnlicher phonetischer Gesamteindruck".
Das sehen die Gründer von Amazee erwartungsgemäß anders. Eine Verwechslungsgefahr der beiden Namen Amazon und Amazee sei schon auf Grund der verschiedenen Namensherkünfte und der unterschiedlichen Aussprache nicht gegeben, erklärt die Firma auf ihrer Website. Während Amazee eine Abwandlung des englischen "amazing" sei, beziehe Amazon seinen Namen von dem südamerikanischen Fluss. Das Startup habe zudem gar nicht den Bekanntheitsgrad, um mit dem US-Unternehmen verwechselt zu werden.
Verfahren belastet Startup
Außerdem habe
Amazee nicht vor, im E-Commerce aktiv zu werden. Die Internetfirma mit sieben Angestellten betreibe eine Online-Plattform für Projekte und ermögliche die virtuelle Zusammenarbeit. Personen und Organisationen könnten dort Ideen und Vorhaben in Projekten initieren, sie promoten, Gleichgesinnte finden und finanzielle Unterstützung suchen.
"Eigentlich sollten wir es als Kompliment auffassen, dass Amazon unsere kleine Firma für gefährlich genug erachtet, um gegen uns vorzugehen", sagt Gründer und Vorstandschef Gregory Gerhardt. Tatsächlich sei es aber sehr ärgerlich, dass ein solches Gerichtsverfahren die beschränkten Ressourcen des Unternehmens binde. Auf eine außergerichtliche Einigung habe sich Amazon laut Gerhardt nicht einlassen wollen.
Michael Posdziech