Ist es ein wertvolles Instrument für Journalisten und Blogger? Oder ein Hort für Pornografie und Verleumdungen? Das
Internet-Portal Wikileaks gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Nutzer können auf der Seite geheime Dokumente an die Öffentlichkeit bringen - daher der Namensbestandteil "leaks" (Lecks).
Behörden haben Bedenken
Was die Internetgemeinschaft als radikale Informationsfreiheit preist und einige renommierte Medienhäuser für die Recherche nutzen, finden Behörden nicht selten bedenklich.
"Wir sind eine Gruppe von Menschenrechtlern, Dissidenten, Journalisten und Technikern, die eine unzensierbare Internetplattform für heikle Dokumente betreiben", sagt Daniel Schmitt, ein deutscher Mitarbeiter der Website. Die Mehrzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter bleibt lieber anonym, denn primäres Ziel ist die Unterwanderung der "von Unterdrückung geprägten Regime" etwa in China, Russland, dem Nahen Osten oder Afrika.
Wie in der Wikipedia kann jeder Nutzer Themen veröffentlichen. "Wir prüfen die Authentizität des Dokuments und stellen es auf die Website", sagt Daniel Schmitt. Danach sei es fast unmöglich, die weitere Verbreitung aufzuhalten. Die Internet-Server der Organisation stehen in vielen Ländern - unter anderem in Schweden, das eines der liberalsten Pressegesetze der Welt hat. "Wird von den Behörden eines Landes ein Server stillgelegt, dann sind die Dokumente über andere weiter beziehbar", betont Schmitt.
"We help you safely get the truth out."
Screenshot: onlinekosten.de
Echtheit der Unterlagen nicht sicher
Für Journalisten birgt die Nutzung aber Risiken. Denn trotz der Prüfung durch Wikileaks ist die Authentizität der Unterlagen nicht gesichert. So findet sich auf der Website eine manipulierte Krankenakte, die Apple-Chef Steve Jobs einen positiven HIV-Test bescheinigt - angereichert um Kommentare, die das Dokument als Fälschung entlarven.