Seit Juli 2004 besteht das Mitmach-Kartenprojekt Open-Street-Map (OSM) und gewinnt täglich mehr Anhänger. Weltweit beteiligen sich mittlerweile etwa 120.000 Freiwillige an der Vermessung ihrer Umgebung. Allein in Deutschland gibt es inzwischen mehr als 20.000 aktive Hobbykartographen.
Maßband, GPS und Notizblock
"Wir haben in Deutschland weltweit die größte Open-Street-Map-
Community - sogar Großbritannien, wo die OSM-Idee entstand, haben wir inzwischen überholt", sagt der OSM-Aktive Frederick Ramm von der Karlsruher Geofabrik. Die Initialzündung für den Aufbau einer Weltkarte nach dem Mitmach-Prinzip von Wikipedia kam von dem Engländer Steve Coast. Er strebte damit eine
Unabhängigkeit von den großen Internetkarten-Anbietern wie Google-Maps oder Tele-Atlas an. Seitdem ziehen Freiwillige rund um den Globus mit Notizblock und GPS-Geräten los und vermessen ihren Wohnort und ihre Region.
Auf der Suche nach der perfekten Karte zum Nulltarif
Eine Karte zum Nulltarif, die mit dem Detailwissen Tausender von Nutzern perfektioniert wird, das ist für den in Franken lebenden Schweizer Markus Bärlocher das Hauptmotiv für sein Engagement bei Open-Street-Map. "Das Verrückte an OSM ist: Du kannst jede Idee umsetzen, Du musst es nur selber machen", erzählt der Kartenfreak, der sich schon bei Wikipedia engagiert hat. Angefangen hat er mit seinem Beitrag direkt vor seiner eigenen Haustür.
Bis vor zwei Jahren hatte sein Wohnort Hüttenbach in Bayern auf der OSM-Deutschlandkarte nur als Ortsname bestanden. Mit Kompass und Maßband, begann er die umliegenden Wohnstraßen zu vermessen. Später perfektionierte er seine Aufzeichnungen mit einem Satelliten-Navigationsgerät, um die Angaben danach über
Computer und
Internet in die Mitmachkarte zu kopieren.