Die Telefonhäuschen-Gegenwart steht am Stuttgarter Platz in Berlin. Sie ist magentarot und aus Stahl, hat vier Wände und eine Tür. Abgestandene Luft drängt einem entgegen, wenn man die Tür öffnet. Es riecht nach Urin, Schalen von Pistazien und Zigarettenstummel liegen am Boden. Einer, der aufgegeben hat hier Nummern zu wählen, hat seine Telefonkarte auf dem Apparat liegen gelassen. Darauf steht: "Guthaben ist noch drauf."
Noch 100.000 Apparate in Betrieb
Die Telefonzelle ist ein Relikt aus der Kommunikationsgeschichte, das in Zeiten von
Mobiltelefonen und Internetcafés immer weniger beachtet wird. Dennoch, in ganz Deutschland sind nach Angaben der
Telekom noch 100.000 Apparate in Betrieb, 17.000 davon in Ostdeutschland. Die Zahl hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert, sagt Telekom-Sprecher Jürgen Will. Dennoch wurden im vergangenen Sommer
Planungen der Telekom bekannt, die vorsahen in den nächsten drei Jahren rund 11.000 unwirtschaftliche öffentliche Telefonzellen abzubauen.
Nur wenige öffentliche Telefone verschwinden ganz
Selbst wo die öffentlichen Telefone unrentabel seien, werden aber nun wohl lediglich die mit etwa 7.500 Euro kostenintensiveren Häuschen gegen einfache Telefone an einer Säule für rund 500 Euro ausgetauscht. Um eine flächendeckende Versorgung mit öffentlicher Telefonie zu gewährleisten, würden nur wenige Apparate ganz verschwinden, sagt Will. In großen Städten wie Leipzig, Dresden und Berlin gibt es noch eine stattliche Anzahl. Wozu sind die noch gut?