Was machst Du gerade? Mit dieser Aufforderung wendet sich der Online-Dienst Twitter an die
Internet-Nutzer - und erregte damit in den vergangenen Wochen große öffentliche Aufmerksamkeit. Nachrichten von der Länge einer Handy-Kurzmitteilung können Mitteilungsbedürftige über das Internet an all jene versenden, die sich dafür interessieren. Mitlesen kann sie jeder.
Wann gibts Twitter-News?
Auch deutsche Politiker haben inzwischen diesen direkten Kanal zu potenziellen Wählern entdeckt. "Sitze am Schreibtisch", liest man zum Beispiel häufiger beim SPD-Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel, der unter dem Namen
kajo2009 twittert - nun ja. Spannend könnte es werden, wenn Politiker erstmals exklusive Neuigkeiten über Twitter verkünden.
In der Twitter-Hitparade der deutschen Parteien und Politiker liegen
die Grünen derzeit vorn: Auf 2.900 Abonnenten ("Follower") bringen sie es laut TwitterCounter, gefolgt von SPD-Generalsekretär
Hubertus Heil - und dem fiktiven Parlamentarier
Jakob Mierscheid. Irgendein Spaßvogel gibt sich bei Twitter für den angeblich seit Jahren durch den Bundestag geisternden SPD-Abgeordneten aus.
Und da taucht schon ein Problem auf: Auf den ersten Blick ist schwer zu erkennen, ob ein twitternder Politiker wirklich echt ist. Als gut gemachte Fälschung gilt
"muentefering", der auf Twitter Weisheiten im Stil des Parteichefs der Sozialdemokraten absondert. Und das Satiremagazin "Titanic" macht Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel mit
einem falschen TSG Konkurrenz.
Obama vernachlässigt Twitter
Ein paar Tausend Twitter-Abonnenten dürften auch nicht reichen, um eine Wahl zu entscheiden. Dass deutsche Politiker noch Nachholbedarf haben, zeigt ein Blick auf die internationalen Charts: Dort bringt es
Barack Obama auf mehr als 650.000 Follower. Seit er Präsident ist, hat er allerdings nur eine einzige Twitter-Neuigkeit versandt - und wurde in der Hitparade inzwischen unter anderem von
Britney Spears überholt.