Mittwoch, 08.04.2009 15:05

Microsoft muss neun Millionen Euro Bußgeld zahlen

aus dem Bereich Sonstiges
Der Software-Riese Microsoft, der sich im Januar bereits einem Browser-Verfahren der EU-Wettbewerbshüter stellen musste, hat aktuell auch in Deutschland nichts zu lachen. Das Bundeskartellamt hat gegen Microsoft wegen Einflussnahme auf einen Software-Verkaufspreis ein Bußgeld von neun Millionen Euro verhängt.

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Die Microsoft Deutschland GmbH habe in wettbewerbswidriger Weise auf den Wiederverkaufspreis des Softwarepakets "Office Home & Student 2007" Einfluss genommen, begründete die Behörde am Mittwoch in Bonn den Schritt. Microsoft hat sich zur Zahlung des Bußgeldes bereit erklärt. "Wir teilen die Auffassung der Behörde nicht, akzeptieren aber das Bußgeld", sagte Thomas Mickeleit, Pressesprecher von Microsoft Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Unternehmen wolle damit einen langen Rechtsstreit vermeiden.

Bei dem verhandelten Fall ging es um Kontakte mit einem nicht genannten Einzelhändler, mit dem sich Microsoft im Herbst 2008 über konkrete Preise verständigt haben soll. Das Softwarepaket sei im Herbst 2008 im Einzelhandel massiv beworben worden, erläuterte das Kartellamt. Mit finanzieller Unterstützung von Microsoft habe auch der bundesweit tätige Einzelhändler geworben. Zuvor hätten sich Mitarbeiter von Microsoft und des Einzelhändlers über den Verkaufspreis verständigt, was nach dem Wettbewerbsrecht nicht erlaubt sei.

Microsoft überprüft interne Prozesse

Dabei hat es sich nach Angaben von Microsoft nicht um eine "andauernde Geschäftspraxis" gehandelt. "Wir haben diesen Fall zum Anlass genommen, um unsere internen Prozesse zu überprüfen und sicherzustellen, dass wir den Gesetzen vollständig entsprechen", sagte Severin Löffler, Microsoft-Rechtsexperte und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland.
Jörg Schamberg / dpa
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