Der Marktführer im japanischen Spielekonsolenmarkt Nintendo muss sich erstmals dem Konkurrenten Sony geschlagen geben. Bislang dominierte der Wii-Hersteller mit seiner innovativen Konsole den Markt.
Erstmals PS3 öfter verkauft
Die "Financial Times Deutschland" (FTD) nennt Zahlen des Marktforschers Enterbrain, nach denen Nintendo in den fünf Wochen vor dem 29. März knapp 100.000 Exemplare der
Wii in Japan verkauft haben soll. Sony habe im selben Zeitraum über 146.000
Playstation 3 (PS3) abgesetzt. Würde sich dieser Trend auf die USA und Europa ausweiten, könnten sich die Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Konkurrenten deutlich zu Gunsten von Sony verschieben.
"Wir befinden uns immer noch in den ersten paar Monaten des Jahres, die in der Branche typischerweise schwach sind. Deshalb machen wir uns noch keine großen Sorgen", zitiert die FTD einen Sprecher von Nintendo. In den USA verkaufte sich die Wii noch im Februar dreimal so gut wie die PS3. Außerdem habe die Wii mit insgesamt bereits knapp acht Millionen Verkäufen die Sony-Konsole mit rund drei Millionen Exemplaren in Japan klar hinter sich gelassen.
Spielraum für Preissenkungen
Das gute Ergebnis von Sony im März wird von Analysten auf einige beliebte neue
Spieletitel wie "Yakuza 3" und "Resident Evil 5" zurückgeführt, die nicht für die Wii angeboten werden. Auch der 63-prozentige Absatzrückgang der Nintendo-Konsole im Vergleich zum Vorjahr verhelfe Sony zum Monatssieg.
Die Absatzaussichten auf anderen Märkten werden laut FTD weiter positiv eingeschätzt. Analysten gingen davon aus, dass die Produktionskosten für Nintendo seit der Einführung der Wii um fast die Hälfte gesunken seien, was Spielraum für eventuelle Preissenkungen biete.