Auch Facebook wollte Twitter (zwitschern) kaufen. Der Kurznachrichtendienst hätte gut zu einem Unternehmen gepasst, dessen selbst ernannte Mission es ist, "Menschen zu verbinden und es ihnen zu erleichtern, Informationen zu teilen".
Nach der Absage baute Facebook sein Angebot um - der Ticker, der Mitglieder über die Aktivitäten ihrer Freunde informiert, ähnelt nun sehr stark: Twitter.
Twitter will unabhängig sein
Bislang lehnte der Zwitscher-Dienst alle Kaufangebote ab - "stark, profitabel und unabhängig" wolle man sein, sagt Mitgründer Biz Stone. Das zweite Ziel liegt jedoch in weiter Ferne. In den ersten drei Jahren setzten Stone und seine Mitstreiter ausschließlich darauf, eine große Fan-Gemeinde aufzubauen. Der Erlös liegt jedoch nahe bei Null. Erst jetzt, da das Zwitschern in der Technologie-Branche laut vernehmbar ist, sollen auch Einnahmen fließen. Seit Januar sucht ein neu eingestellter Manager nach Geschäftsmodellen.
Profitabel durch Werbung?
Die Ideen sind vage: Twitter hat etwa mit Werbung experimentiert, auch eine kostenpflichtige Premium-Version für Unternehmen war im Gespräch. Doch viele Nutzer machen noch keine Umsatzmillionen: Andere soziale Netzwerke hatten bislang große Probleme, die Publikumsgunst in Geld umzumünzen. Und wie reagieren die Nutzer, wenn plötzlich Werbung erscheint? Die Konkurrenten sind nur einen Klick entfernt, zumal Dienste wie Friedfeed technisch überlegen sind.
Hektisch werden müssen die Gründer indes nicht.
Mit 55 Millionen Dollar stärken mehrere Investoren Twitter den Rücken. Das dürfte ihm einige Zeit geben, um aus dem Hype auch finanziell einen Hit zu machen.