Als der Online-Shopping-Riese
Amazon sein MP3-Angebot in den USA und Großbritannien erfolgreich startete, war nach kurzer Zeit klar, dass hier ein echter Konkurrent zum Platzhirschen
Apple und dessen iTunes entsteht. Jetzt gibt es Amazon MP3 auch in Deutschland und hierzulande ist ebenfalls mit einem Erfolg des neuen Angebots zu rechnen. Da bietet sich natürlich an, den Neuling genauer unter die Lupe zu nehmen - onlinekosten.de macht den Vergleichstest mit dem Marktführer.
Design & Übersicht
Bei Apple ist der Nutzer bekannterweise gezwungen, die
iTunes-Software zu installieren. Das bringt Vorteile beim Bestellvorgang und liefert eine umfassende Dateiverwaltung gleich mit. Allerdings ist nicht jeder ein Freund von zusätzlichen Anwendungen oder der Abspiel-Software Quicktime.
Selbst wer iTunes noch nicht genutzt haben sollte, kann sich vorstellen, dass ein Musikportal von Apple durch ein elegantes Layout zu überzeugen weiß. Es ist schick und übersichtlich, die Kategorien sind gut organisiert und erleichtern das Stöbern im Repertoire.
Amazon erfordert zunächst für das Aufsuchen des Shops oder auch der Bestellung einzelner Titel kein spezielles Programm. Spätestens aber beim Kauf eines Albums muss der "Amazon MP3-Downloader" installiert werden. Diese recht kleine Anwendung wird dann durch den Download einer .amz-Datei aktiviert und organisiert das reibungslose Laden des Albums, inklusive Import in die Bibliothek von iTunes oder den Windows Media Player.
Der MP3-Shop ist unscheinbar in die bekannte Amazon-Seite integriert, das Layout typisch spartanisch. Die Startseite könnte etwas geordneter dargestellt werden, hier geht es mit Top-Alben, Bestsellern und Topsellern etwas drunter und drüber. Leider sind auch die Kategorien wie gewohnt viel zu unsystematisch unterteilt und bieten keine befriedigende Übersicht. Stöbern macht hier keinen Spaß.

Apples iTunes und Amazon MP3 treffen aufeinander. Screenshots: onlinekosten.de
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Auswahl & Suchen
Bei den Suchergebnissen konzentriert sich Amazon auf das Wesentliche. Zunächst wird eine Reihe von beliebten Alben zur Suchanfrage angezeigt, direkt darunter eine komplette Auflistung der Einzeltracks ohne Alben. Was durchaus hilfreich sein kann, sind die eigene Einkaufsvergangenheit und die Käufe anderer Kunden, die unten auf den Seiten immer aufgeführt werden.
An die Qualität dieser Empfehlungen kommt iTunes trotz der ähnlichen Funktion Genius nicht heran. Bei den Suchergebnissen merkt der Nutzer zudem, dass es hier auch noch vieles anderes neben einfachen Musik-Dateien zu kaufen gibt. Im oberen Bereich teilen sich etwas zu viele Kästen mit Musikvideos, Essentials, Programmen oder Podcasts den Platz mit den gefunden Alben. Darunter werden dann aber auch alle Einzeltitel aufgelistet, die Alben sind in dieser Liste mit aufgeführt.
Die Auswahl bei iTunes ist unübertroffen groß. Von den zehn Millionen zur Verfügung stehenden Tracks ist inzwischen der Großteil von Kopierschutz und Rechteeinschränkungen befreit. Alle im Test gesuchten aktuellen Hits und Neuveröffentlichungen waren zu finden, die beiden Alben der eher unbekannten Newcomer-Band "Super 700" standen ebenfalls zur Verfügung. Die Single "Wrong" von Depeche Mode, die am Testtag erscheinen sollte, war im Original und in verschiedenen Remixen erhältlich.