Der Internet-Konzern
Google verhandelt laut einem Medienbericht über den Kauf des populären Kurznachrichten-Dienstes
Twitter. Die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss, berichtete das amerikanische Technologie-Blog
TechCrunch am Freitag unter Berufung auf zwei voneinander unabhängige Quellen. Dem widerspreche allerdings ein anderer Informant insofern, dass die Gespräche zwischen den beiden Unternehmen noch in einer frühen Phase seien, zudem sei auch eine Kooperation der Unternehmen beim Aufbau einer Suchmaschine möglich. Ein Google-Sprecher sagte auf Anfrage, das Unternehmen kommentiere Spekulationen und Marktgerüchte grundsätzlich nicht.
Kaufangebote waren schon da
Allerdings würde auch einem Verkauf von Twitter nichts entgegenstehen. Bereits in der Vergangenheit haben die beiden Gründer Evan Williams und Biz Stone mit ihren Startups gute Geschäfte gemacht. Ihren Weblog-Dienst blogger.com haben sie beispielsweise vor sechs Jahren für einen mehrstelligen Millionenbetrag an Google verkauft. Welcher Kaufpreis für Twitter angemessen ist, darüber darf spekuliert werden. Ein erstes Übernahmeangebot von Google im Wert von 250 Millionen US-Dollar hat Twitter ja bekanntlich abgelehnt. Ebenso wie die Facebook-Offerte in doppelter Höhe.
Vorteil Echtzeit-Suche
Über Twitter können Nutzer Kurznachrichten mit 140 Zeichen an einen großen Leserkreis verschicken - daher spricht man von Micro-Blogging. Die abgesetzten Texte lassen sich über search.twitter.com in Echtzeit durchsuchen. Dadurch ist es möglich, Trends im Internet schnell aufzuspüren. Google indiziert Websites dagegen mit etwas Verzögerung und ist daher nicht ganz so aktuell.
Sechs bis zehn Million Twitter-Nutzer
Twitter hat laut Schätzungen zwischen sechs und zehn Millionen Nutzer und wächst weiter rasant. Für Aufsehen sorgte der Dienst zuletzt unter anderem, als Augenzeugen nach Ereignissen wie dem Flugzeugabsturz auf dem Hudson River oder den Terroranschlägen von Bombay über den Dienst live berichteten. Das im März 2006 gegründete Unternehmen hat bislang kein Geschäftsmodell, konnte aber trotzdem insgesamt rund 50 Millionen Dollar Risikokapital einsammeln.
Michael Friedrichs
/ dpa