WiMAX – was war das noch gleich? Die Abkürzung steht für
Worldwide Interoperability for Microwave Access und beschreibt einen Übertragungsstandard im Mikrowellenbereich, der insbesondere Gebiete ohne engmaschiges Telefonnetz einen Zugang zum
Internet ermöglichen soll. Auch wenn hier und da
Handys oder
Notebooks mit WiMAX-Unterstützung vorgestellt werden, will sich der Standard nicht so recht durchsetzen. Der
Handyhersteller Nokia, eines der Gründungsmitglieder des WiMAX Forums, hat den Standard jetzt mit dem durch VHS verdrängten System Betamax verglichen. Dies berichtet die "Financial Times" (FT).
LTE gegen WiMAX
So sagte Anssi Vanjoki, Verkaufsleiter bei Nokia, der FT in San Francisco: "Ich glaube nicht, dass die Zukunft [für WiMAX] besonders vielversprechend aussieht. Dies ist ein klassisches Beispiel für die Kollision von Industriestandards, bei der einer als Gewinner hervorgeht und ein anderer verlieren muss." Der Standard Betamax wurde seinerzeit durch das VHS-System verdrängt. Die gleiche Situation sieht Vanjoki nun auch bei WiMAX und LTE (Long Term Evolution) – dem Standard, der als Nachfolger von
UMTS gehandelt wird. Wie die FT schreibt, gehen die Finnen davon aus, dass LTE bis 2015 den Markt dominieren wird und WiMAX verliert.
Intel glaubt an WiMAX
Der Chiphersteller Intel, der den WiMAX-Ausbau maßgeblich fördert, sieht dies anders. Julie Coppernoll, WiMAX Vertriebsleiterin bei Intel, sagte gegenüber der FT, das der Chipriese davon ausgehe, dass WiMAX bestehen bleibe. Der Standard decke die Versorgung von 400 Millionen Nutzern ab, was sich laut Plan bis zum kommenden Jahr verdoppeln werde. Anssi Vanjoki sehe hingegen nicht, dass sich WiMAX irgendwo großartig durchsetze.