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Hintergrund der Sperre ist ein Streit zwischen YouTube und der deutschen Verwertungsgesellschaft GEMA. Die GEMA wahrt die Urheberrechte von "Musikurhebern", also Komponisten, Textautoren und Musikverlegern. Immer, wenn eine CD verkauft oder Musik im Radio gespielt wird, fließen Gebühren an die Gesellschaft. Im Jahr 2007 kamen so immerhin knapp 850 Millionen Euro zusammen, die nach Abzug der Kosten von rund 120 Millionen Euro an die Künstler weitergereicht wurden.
Zum Start des deutschsprachigen Videoangebots von YouTube im November 2007 hatten sich die Videoplattform und die GEMA auf eine Rechteverwertungspauschale geeinigt, über deren Höhe beide Seiten Stillschweigen vereinbarten. Der Vertrag lief am Dienstag (31. März) aus. Und eine Anschlussvereinbarung konnte nicht rechtzeitig gefunden werden.
Vergütung zu niedrig
"Wir bedauern diese Situation sehr", sagte der Sprecher von Sony Music in Deutschland, Sebastian Hornik, der Deutschen Presse-Agentur dpa. "YouTube ist für uns eine äußerst wichtige Plattform, auf der wir Inhalte und Künstler promoten." Die Bedeutung der weltweit größten Online-Videoplattform wird aber auch von der GEMA nicht in Frage gestellt: "Wir wissen, dass YouTube für die User und die Künstler ganz wichtig ist", sagte GEMA-Sprecherin Bettina Müller. Auch die GEMA stelle sich auf veränderte Nutzungsgewohnheiten ein.

Immer mehr Musikvideos verschwinden im tiefen Graben zwischen YouTube und GEMA.
Screenshot: onlinekosten.de
In zwei Punkten knallen allerdings die unterschiedlichen Interessen der Verwertungsgesellschaft und der Google-Tochter hart aufeinander. Zum einen geht es um Geld. Zuletzt forderte die GEMA von YouTube einen Euro-Cent pro Abruf eines Musikvideos. Auf einer GEMA-Preisliste ist sogar von zwölf Cent die Rede.


