Die ARD rechnet in den kommenden zehn Jahren mit einem Einnahmerückgang von bis zu 15 Prozent. Daher wolle sich der Senderverbund bereits in den kommenden Jahren strukturell auf diesen "Sinkflug" einstellen, sagte der ARD-Vorsitzende und SWR-Intendant Peter Boudgoust am Mittwoch nach dem Frühjahrstreffen der Intendanten in München.
Werbung unverzichtbar
"Die Wirtschaftskrise geht natürlich auch nicht spurlos an den öffentlich-rechtlichen Sendern vorüber", betonte er. Gebührenbefreiungen aus sozialen Gründen sowie die absehbar schrumpfende Bevölkerung in Deutschland seien Ursachen für den Einnahmerückgang. Mit mehr Kooperationen müssten sich die zehn Einzelsender der ARD schon darauf einstellen.
"Die Situation könnte außer Kontrolle geraten, wenn jetzt auch noch die Werbung wegfiele", sagte Boudgoust und widersprach damit erneut wiederholten Forderungen aus Teilen der Politik und seitens der Privatsender nach massiven Werbeeinschränkungen bei ARD und ZDF. "Es gibt hier keine Einnahmen-Schieflage zugunsten der Öffentlichen-Rechtlichen", sagte Boudgoust.
Positive Zuschauerbilanz
ARD-Programmdirektor Volker Herres kündigte eine intensive und breit angelegte Berichterstattung zum Besuch des neuen US-Präsidenten Barack Obama in Europa und zum Gipfel in London an. Herres zog eine positive Bilanz der Zuschauerzahlen im Monat März, in dem das Erste und die Dritten Programme der ARD mit Marktanteilen von mehr als 13 Prozent den Spitzenplatz der Sender einnahmen. Erfolgreich seien insbesondere die Wintersportübertragungen sowie Serien und Reihen gewesen.