Der Weg für günstigere Minutenpreise auf dem deutschen
Mobilfunk-Markt ist frei. Die Bundesnetzagentur hat am Dienstag nicht nur ein
neues Entgelt für die so genannte "letzte Meile" im
DSL-Geschäft festgelegt, sondern auch über neue
Terminuerungsentgelte im Mobilfunk-Segment entschieden. Entgegen der Anträge von
T-Mobile,
Vodafone und
o2 werden die Preise für die Durchleitung von Handy-Telefonaten nicht erhöht, sondern
wie nach dem Willen von E-Plus abgesenkt - und das deutlich.
Spürbare Absenkung
Demnach dürfen T-Mobile und Vodafone ab dem 1. April dieses Jahres nur noch 6,59 Cent pro Minute verlangen, wenn ein Gespräch aus einem anderen Mobilfunk-Netz in ihr Netz überstellt wird. Für
E-Plus und o2 sinkt das Terminuerungsentgelt auf 7,14 Cent. Die neuen Preise liegen damit für die beiden D-Netz-Betreiber um gut 16 Prozent unter den bisherigen Entgelten, die E-Netz-Betreiber dürfen knapp 19 Prozent weniger berechnen. Bisher waren die Terminuerungsentgelte auf 7,92 Cent beziehungsweise 8,80 Cent pro Minute festgesetzt.
"Die Tarifreduzierung beruht ganz überwiegend auf den gegenüber der letzten Entscheidung deutlich gestiegenen Verkehrsmengen in den Mobilfunknetzen, die insbesondere auf On-Net- und Datenverkehre zurückzuführen sind", sagt der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth. Die gestiegene Mobilfunknutzung führe zu einer stabilen Kostensituation und effizienten Netzen und in der Folge zu geringeren Minutenpreisen. Die Tarifspreizung zwischen den D- und E-Netzbetreibern sei gegenüber der letzten Genehmigung noch einmal leicht reduziert worden, da sich die Nachteile der E-Netzbetreiber gegenüber den D-Netzbetreibern mit fortschreitender Zeit weiter verringert hätten.
Neue Preisrunde auf dem Discounter-Markt?
Mit den neuen Preisen könnte insbesondere frischer Wind auf den Markt der
Mobilfunk-Discounter kommen. Die bisher günstigsten Minutenpreise zwischen acht und neun Cent könnten schon bald auf bis zu 6,5 Cent sinken. Die neu festgelegten Terminierungsentgelte sind bis zum 30. November 2010 gültig.