Auf der Website Nachbartest.de sollen interessierte Nutzer gute und schlechte Nachbarn oder Warnungen vor vorbestraften Personen finden können. Derzeit landen E-Mails dieses dubiosen Angebots in zahlreichen Postfächern und weisen auf einen angeblichen Eintrag eines Nachbarn über den Angeschriebenen hin.
Kostenpflichtig nach 14 Tagen
Online-Mobbing ist eine der derzeit heftig diskutierten Fehlentwicklungen des
Internets. Deshalb weckt die scheinbare Info-Mail denn auch Neugierde und Befürchtungen bei den Empfängern. Wer auf die Seite geht und sich registriert, um Einzelheiten zu erfahren, droht in eine sehr verbreitete Vertragsfalle zu tappen. Denn nach einer kostenlosen Testzeit von 14 Tagen, flattert eine Rechnung über 60 Euro für eine einjährige Mitgliedschaft ins Haus.
"Betroffene sollten sich schriftlich wehren und die Zahlung verweigern. Die Angemailten werden arglistig getäuscht", stellt Brigitte Sievering-Wichers von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klar. Dort haben sich in den letzten Tagen immer mehr Ratsuchende gemeldet, die von den Nachbartest.de-Rechnungen überrascht wurden.
Postanschrift nur für Rechnungsversand
"Auch von Angeboten wie im aktuellen Fall ‚Bewerte andere und prüfe, was Deine Nachbarn über Dich denken’, ‚Aktuelle Warnungen vor vorbestraften Personen in Deiner Nachbarschaft finden’ sollte man sich nicht zur Preisgabe persönlicher Daten auf Internetseiten verleiten lassen", warnt Sievering-Wichers. Vor allem wenn eine komplette Postanschrift verlangt werde, ohne dass eine Kostenpflicht für Leistungen deutlich erkennbar ist, drohe Abzocke. Die Adresse verlange der Anbieter, um die Rechnung und die Auftragsbestätigung versenden zu können.
Allein im vergangenen Jahr hatten sich bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg über 20.000 Betroffene gemeldet, bei denen hochgerechnet etwa 2,7 Millionen Euro geltend gemacht wurden. Unter
www.vz-bw.de/internet-abzocke bietet die Verbraucherzentrale Hintergrundinformationen und Musterbriefe an.