In einer Studie über die Möglichkeiten, Online-Angebote von Fälschungen zu bekämpfen, beschreibt die marktführende Internet-Auktionsplattform
eBay den Umfang des Piraterieproblems und gibt Empfehlungen für ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten.
Fälscher die Schuldigen
eBay hat immer wieder damit zu kämpfen, dass gefälschte Markenartikel auf der Plattform angeboten werden. Im vergangenen Jahr seien aber durch die hauseigenen Systeme lediglich 0,15 Prozent der insgesamt 2,7 Milliarden Angebote als möglicherweise gefälschte Produkte erkannt worden. Seit 1998 betreibt das Unternehmen das Verified Rights Owner (VeRO) Programm, das es den Inhabern von Markenrechten erlaube, Fälschungen ihrer Produkte zu suchen und an eBay zu melden. Ausnahmslos alle gemeldeten Produkte würden entfernt, 70 bis 80 Prozent sogar innerhalb von zwölf Stunden.
"Gefälschte Produkte schädigen Verbraucher und Unternehmen, online und offline. Der Kampf muss sich gegen die Fälscher richten, nicht gegen jene, die den Verbrauchern eine größtmögliche Vielfalt authentischer Produkte zur Verfügung stellen und damit echten Mehrwert schaffen", sagt John Donahoe, Präsident und Chief Executive Officer von eBay Inc. und nimmt sein Unternehmen damit in Schutz.
Gesellschaftliches Problem
Von 1.000 Angeboten bezogen sich 2008 weniger als zwei auf gefälschte Produkte und wurden deshalb von eBay umgehend aus dem Netz genommen. Außerdem wurden von eBay weltweit 30.000 Verkäufer vom Handel auf dem Online-Marktplatz ausgeschlossen, weil sie möglicherweise gefälschte Artikel angeboten haben.
"Der erfolgreiche Kampf gegen Fälschungen erfordert einen globalen und koordinierten Ansatz unter Beteiligung von Regierungen, Wirtschaft, Strafverfolgungsbehörden und Internet-Nutzern", so Donahoe. "Nur in enger Zusammenarbeit können das Angebot von und die Nachfrage nach Fälschungen eingedämmt und denjenigen das Handwerk gelegt werden, die diese Artikel herstellen und vertreiben." Bei Produktpiraterie handele es sich um ein tief greifendes gesellschaftliches Problem.
Europaweite Zusammenarbeit
In der Studie zeige eBay, in welchen Bereichen und in welchem Umfang das
Internet Einfluss auf das gesamte Piraterieproblem habe. Zwar würden die meisten Fälschungen offline über mobile Händler und Märkte sowie Einzelhandelsgeschäfte gehandelt, doch könne das Internet die Sichtbarkeit von Produktfälschungen erhöhen. Aus diesem Grund fordert eBay eine europaweite Zusammenarbeit.
Mit dieser Initiative will sich eBay wohl auch selber aus der Schusslinie bringen. Denn viele Markenhersteller unterstellen der Plattform eine zu lasche Vorgehensweise gegenüber Fälschern und
ziehen in manchen Fällen, wie beispielsweise Tiffany oder Rolex, gegen eBay vor Gericht.