Skype hat die Wirtschaftskrise im Visier. Die neue Telefonsoftware "Skype for SIP" soll sparwillige Unternehmen dazu bewegen, vollständig auf die Produkte der eBay-Tochter umzusteigen. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" will
eBay damit bis 2011 den Skype-Umsatz verdoppeln. Das Online-Auktionshaus selbst musste erst
kürzlich massive Gewinneinbußen hinnehmen und setzt daher verstärkt auf seine anderen Geschäftsbereiche.
Telefonanlagen mit Skype
Der neue Dienst soll mittels des offenen
Voice over IP-Standard SIP (Session Initiation Protocol) in Telefonanlagen zum Einsatz kommen und startet vorerst nur für eine begrenzte Kundenzahl in den USA. Der große Vorteil dabei ist, dass Gespräche über Skype nicht mehr via Headset am Computer geführt werden müssen. Für In- und Auslandsgespräche nach dessen Tarifen können damit normale Telefone genutzt werden. Anrufe zu normalen Festnetzanschlüssen und Handys kosten damit 2,4 US-Cent pro Minute. Gespräche von Skype zu Skype sind sogar kostenlos - egal ob eine Telefonanlage, ein PC oder ein Handy mit Skype-Software angerufen wird. Der Internettelefondienst kündigt zudem an, für seine Produkte im Geschäftsbereich umfassende Dienstleistungen bieten zu wollen. Zielgruppe sind offenbar hauptsächlich kleine und mittelständische Unternehmen.
eBay-Schwäche und Verkaufsgerüchte
Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, steht hinter der neuen Skype-Geschäftsoffensive die Schwäche des Mutterhauses eBay. So sollen Tochterfirmen wie
PayPal oder Skype wichtige Wachstumsimpulse liefern. Skype hat bereits 405 Millionen registrierte Nutzer und erwirtschaftete im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 550 Millionen US-Dollar. Das sind fast sieben Prozent des eBay-Gesamtumsatzes. Ziel des Auktionsportals aus Kalifornien ist es Gerüchten zufolge, Gewinn und Wert des Telefondienstes mit Blick auf einen Verkauf weiter zu steigern, so das Blatt. Auch dafür wird der
Fokus nun verstärkt auf Bezahl-Dienste gelegt.
Ob sich "Skype for SIP" in der US-Geschäftswelt großflächig durchsetzen wird, bleibt allerdings fraglich. So werben mächtige Konkurrenten auf dem VoIP-Sektor um die Gunst der Kunden. Entsprechende Lösungen gibt es beispielsweise auch von Microsoft oder
Google mit seinem kürzlich gestarteten Dienst Voice.