Computerspiele haben seit dem Amoklauf von Winnenden keinen guten Stand. Während Pädagogen und
Politiker gegen die Gefahren der Cyberwelt zu Felde ziehen, bestreiten
Forscher den Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und sogenannten Ego-Shootern. Aber wie sieht es bei Musikspielen aus - sind sie generell harmlos, weil kein Blut fließt?
Alterslimit beachten
Auch Musikspiele sind altersbegrenzt, so die Jugendschutz-Initiative "Schau Hin" des Bundesfamilienministeriums. Eltern und Erzieher sollten sie gemeinsam mit den Jugendlichen ausprobieren, um sich einen Eindruck von der Qualität zu verschaffen.
"Schau Hin" hat darüber hinaus einige Musikspiele auf der Webseite schau-hin.info nach ihrem pädagogischen Wert beurteilt und eine Broschüre zu dem Thema erstellt, die auch unter der Service-Hotline 030 / 4000 599 59 erhältlich ist.
Die Frage, ob der Playstation-Klassiker "SingStar" und ähnliche Spiele die "besseren" Computerspiele sind, ist umstritten. Einerseits beklagen Musiklehrer den Rückgang von Schülern, die ein "richtiges" Instrument beherrschen. Andererseits eröffnen Musikspiele Eltern und Kindern gemeinsame Erlebniswelten, wenn sie zum Beispiel Grönemeyer-Klassiker um die Wette trällern.
Einfach mal Stecker raus
Auch hier gilt: Schlusspunkte setzen. Um übermäßiges "Daddeln" zu verhindern, helfen nur klare Regeln, die auch konsequent eingehalten werden, so "Schau hin". Das Spielen im Freien und den gemeinsamen Ausflug könne kein PC-Spiel auf Dauer ersetzen.
Dorothee Monreal