Das
Internet wird die konventionellen TV-Programme nach Expertenmeinung nicht verdrängen, sondern weiter ergänzen. "Das Internet ist nicht der Killer des Fernsehens. Man braucht und unterstützt sich gegenseitig", sagte ZDF-Intendant Markus Schächter am Montag zum Auftakt der 42. Mainzer Tage der Fernsehkritik.
Gegenseitig ergänzen
Nach der analogen TV-Ära beginne nun eine Multimedia-Ära. "Mit stärkerer Internet-Nutzung hat sich auch die TV-Nutzung erhöht", sagte der Fernsehforscher vom US-Sender NBC, Horst Stipp, über den amerikanischen Medienmarkt. Bei der Tagung diskutieren rund 400 Medienexperten unter dem Motto "Leitmedium auf Bewährung" über die Zukunft des Fernsehens.
"Wir müssen unseren Weg von der alten klassischen Anstalt zum multimedialen Programmunternehmen beschleunigen", sagte Schächter über seinen Sender. Unter anderem müsse die Organisation, die vielfach aus der analogen Zeit stamme, auf die neue digitale Welt ausgerichtet werden. "Digitalisierung heißt auch Fragmentierung", sagte der Intendant. Spätestens jetzt brauche das ZDF eine starke Senderfamilie. Mit den drei neuen Digitalkanälen für Dokumentationen, Information und Kultur bekomme das ZDF dafür eine "historische" Chance.
Dass
Fernsehen und Internet sich ergänzen, habe sich etwa an der Vereidigung von US-Präsident Barack Obama gezeigt, sagte Stipp. Das Ereignis - das tagsüber stattfand - hätten rund 40 Millionen Menschen live im Fernsehen und nochmals ebenso viele zeitgleich im Internet angeschaut.
Michael Posdziech
/ dpa